Samstag, 19. August 2017

Plomo

Vor meiner Rückreise, die ich übrigens morgen antreten werde, war ich bisschen nochmal unterwegs. Wir Freiwilligen hatten meist bis Ende Juli zu arbeiten, somit hatten wir paar freie Tage um die nochmal für uns selber zu nutzen. Ich bin mit meiner Mitbewohnerin bisschen durch Ecuador nochmal gereist. 

Unsere erste Haltestelle war in Puerto López, was am Strand liegt. Dennoch es war kein Strandwetter so es sich jeder vorstellt. Zurzeit ist Regenzeit, dass heißt, dass wir im Pulli und festen Schuhen auf den Strand entlang liefen, während wir noch eine zusätzliche Regenjacke an hatten. Dennoch ist das kleine Städtchen zu dieser regnerischen Zeit gut besucht, da die Hauptwahlbeobachtungssaison gestartet ist. Wir selber haben uns einer dieser Touren angeschlossen und es war atemberaubend diese riesigen Tiere springen zu sehen! Einfach nur unglaublich!

 













Danach ging unsere Reise zu dem berühmtesten Strand Ecuadors: La playa Negra. (Der schwarze Strand) Angeblich soll in der Nähe eine Mine sein, die durch irgendwelche Stoffe den Sand schwarz gefärbt hat. Witzig war, dass der Sand so bisschen klebrig war. Also wenn es nass warm bin ich so richtig reingeschwappt!

Unsere letzte gemeinsame Station war dann die Hauptstadt Quito. Ich bin danach nochmal alleine weitergereist in den Jungle, wo ich eine Freiwillige besucht habe. Das war wirklich eine unglaublich tolle Erfahrung, einer der besten die ich in Ecuador machen durfte! Ich habe nach unserem Sinne "in den einfachsten Verhältnissen" gelebt, und es war wunderbar. Ich durfte erkennen, dass ich persönlich gar nicht so viel brauche, wie ich habe. Auch dass unser Konsum verhalten, komplett irrsinnig ist... Wisst ihr Ecuador hat mich unglaublich viel gelehrt, ich habe in diesem Jahr in jeglicher Hinsicht viel dazugelernt und damit meine ich wirklich nicht nur die Sprache. Ich bin menschlich an meiner Aufgabe gewachsen!
Ich habe viel über das Verhältnis von Ungerecht und Gerecht gelernt, und vor allem, dass das Leben nicht nur schwarz und weiß ist; dazwischen sind noch ganz viele unterschiedliche Graustufen. Dass ich somit nicht über Menschen urteilen darf, ohne ihre wahre Geschichte zu kennen. Weil jeder hat eine Vergangenheit für die die Person oft nicht verantwortlich gemacht werden kann. Natürlich treffen wir Entscheidungen, aber manche treffen diese aus Not. Warum habe ich das Recht dann darüber zu urteilen? Oder in welcher Hinsicht darf ich das überhaupt? Nicht jede Person die einen zu kurzen Rock "hat es nötig" oder "will auffallen". Vielleicht ist sie einfach nur nicht 0815, und ist das an sich nicht etwas gutes? Nicht "normal" zu sein? Was ist denn normal überhaupt? Das ebengenannte
Beispiel ist nur zur Einführung, aber genauso ist es mit Kriminellen - also versteh mich nicht falsch. Natürlich haben sie etwas illegales gemacht, aber trotzdem kann ich nicht pauschal sagen RICHTIG oder FALSCH. Was ist wenn die Person klauen musste, weil die Kinder Zuhause hungern? Ich versteh, dass sie sich somit nicht in unsere Gesellschaft integrieren, aber dennoch sie haben manchmal einfach keine Wahl. Und so ist es oft im Leben, ich tue etwas manchmal weil ich es nicht anders tuen kann. Ich darf nicht urteilen ohne alle Umstände zu kennen. Denn wirklich jeder Mensch hat Empathie verdient! Und Glückseligkeit, seid bitte zufrieden mit dem was ihr habt, seit dankbar dafür und schätzt es. Denn das Leben ist viel zu kurz um sich zu ärgern, und sich aufzuregen! ;)

Ich würde euch wirklich gerne noch mehr dazu erzählen, denn die Entscheidung nach Ecuador zu gehen, war die Beste die ich je hätte machen können. Falls ihr euch Mal Zeit für mich nehmen wollt, um alles zu erfahren, nehme ich mir auch liebend gern Zeit um alles mit euch zu teilen! Passt bitte auf euch auf, denn ich tue das auch.

Wisst ihr, morgen geht es zurück nach Deutschland und das macht mir Angst. Ich weiß nämlich nicht genau, was mich erwartet. Ich hoffe nur Gutes.