Freitag, 26. August 2016

Ein roter Kleintransporter

25.08.2016 6:52
Ab jetzt gilt nur noch die ecuadorianische Zeitzone, 7 std. ( wg. der Sommerzeit in Deu) nach der sonst so gewohnten.

Es war eine lange Reise, an die 18 Stunden die wir nur im sitzen ausharren mussten. Neben mir sind noch 6 weitere deutsche Freiwillige nach Ecuador gereist, mit ihnen werde ich auch das kommende Jahr in einer Stadt wohnen. Obwohl wir alle sehr unterschiedlich sind, verstehen wir uns unheimlich gut, dass hatte dann zur Folge, dass unsere (in Wahrheit) 18 stündige Reise, gefühlt viel viel kürzer war. Der Anflug auf Ecuadors größte Stadt, Guayaquil, war atemberaubend. Da es bei unserer Ankunft schon dunkel war, hat die hell erleuchtete Stadt ihre volle Pracht preisgegeben.

Guayaquil bei Nacht

Als wir in Guayaquil angekommen sind hat uns ein Hitzeschlag erwischt. Wir alle dachten:

„Ecuador ist auf der südlichen Halbkugel, also ist es da zurzeit Winter...“

Ja kühler als sonst in Ecu ist es, aber definitiv nicht vergleichbar mit dem deutschen Winter. Eher mit dem deutschen Sommer...


In Guayaquil wurden wir von unseren Betreuerinnen abgeholt. Wir haben uns ein bisschen unterhalten, und merkten schon die Schwierigkeit der sprachlichen Barriere die so zwischen uns geschwebt hat. Glücklicherweise war eine deutsche dabei, die uns dann alles ganz einfach erklärt hat. Unser Flughafentransfer war von dem Komfort eher bescheiden, aber wer will den schon Komfort, wenn man auf einer Ladefläche eines Pick Ups durch Guayaquil gefahren werden kann? 7 deutsche Freiwillige, mit ihren tausenden Gepäckstücken auf einem roten Kleinlaster, da haben sogar die einheimischen ihre Augen doppelt nach uns verdreht, was uns noch viel mehr als sonst schon amüsiert hat. 


Wir haben die Nacht in der schwülen, aber trotzdem recht kühlen Stadt verbracht und werden bald nach Cuenca aufbrechen. Bis Bald.



Randnotiz:

Hier gibt es (gefühlt) keine Straßenregeln, jeder fährt wie er will auf welcher Spur er will. Sehr gefährlich.


Durch das fehlende Internet, wird der Blogeintrag später veröffentlicht als geschrieben.

Dienstag, 23. August 2016

Tschüssikowski

24.08.2016 02:22   
Einst sagte man mir, dass Veränderungen immer etwas gutes seien. Ich glaube fest daran, sonst würde ich vermutlich nachts nicht hier sitzen um meinen Abschiedgefühlen freien Lauf zu lassen. Während meinen Verabschiedungen sind die ein' oder anderen Tränen geflossen, die mir immer mehr das Gefühl gegeben haben, dass mein Vorhaben jetzt real zu sein scheint. Ich gehe in ein fremdes Land, beinahe alleine, ohne die Sprache richtig zu beherrschen und ohne eine genaue Ahnung zu haben was mich insgesamt erwarten wird. Ob es die Arbeit bei meiner Aufnahmeorganisation ist, die noch nicht bis zum letzten Winkel definiert ist oder die Sitten und mögliche ungeklärte kulturelle Fettnäpfchen sind die mich etwas verängstigen, das weiß ich nicht so genau. Aber alles wird sich hoffentlich in den nächsten paar Wochen klären. Ich habe momentan unheimlich viel Respekt vor allem, man könnte schon leicht behaupten, dass ich teilweise leicht verängstigt bin und mein grummelnder Bauch, der neben den Tastentönen nur noch hörbar ist, hilft mir auch nicht weiter. 
Neben all' den etwas wirren Gedanken, bin ich dennoch unheimlich zuversichtlich, dass das ein überkrasses Jahr für mich wird! Ich denke, dass das 10 tägige Vorbereitungsseminar mir geholfen hat deutlich Selbstbewusster an die Sache ran zu gehen.

Aber um ehrlich zu sein, bin ich im Grunde genommen völlig entspannt. Ich habe heute die letzten Erledigunggen für meine Reise betätigt und bin jetzt erstmal frei von meinen ewig langen To-Do Lists. Das ist doch schonmal ein Fortschritt!

Ich fühle mich bereit. Bereit für die 18 Stunden Flug und bereit für ein neues Abenteuer.