Letzte Woche bin ich in eine kleine Ortschaft, 1,5 Stunden von Cuenca entfernt, gefahren um einen Dialog an der dortigen Internationalen Schule über kulturelle Unterschiede zu halten. Es war wirklich sehr toll, sich mit den Schülern über meine Empfindungen über ihre Kultur auszutauschen, außerdem gefiel es mir ihnen über meine zu erzählen. Mir hat es unglaublich Spaß gemacht mich darüber zu unterhalten, und dadurch vergingen die 7 unterschiedlichen Unterrichtsstunden auch wie im Flug. Ich habe ja bereits erwähnt, dass ich oder generell Ausländer in Ecuador auffallen. (Durch Größe, Statur, Augen oder Haarfarbe - ich gelte hier als Blond...unverständlich für mich...) Aber mir war nicht bewusst, wie sehr wir auf den Dörfern auffallen! Wir (zwei andere Freiwillige sind noch mit zum Dialog gekommen) wurden gemustert wie Tiere in einem Zoo; sie sind neben uns stehen geblieben um nochmal genau zu gucken, oder wir wurden gefragt ob wir Bereit sind mit ihnen Fotos zu machen - es war wirklich verrückt. Durch unsere Popularität wurden wir dann aber auch direkt eingeladen, bei der Schönheitskönigin der Stadt, um Cuy (Meerschweinchen - die typische Speise für die Gegend von Cuenca) zu essen. Das ist an sich ja auch schon verrückt, irgendwelche fremde einfach zu einem "kleinem" Mittagessen einzuladen - es waren dann 14 Personen die uns bei der Kostprobe zu geschaut haben; hat die Situation nicht unbedingt komfortabler gemacht...
Ich muss ehrlich sagen, dass ich von dieser Speise nicht wirklich begeistert bin. Also versteht mich nicht falsch, es sollte man probiert haben, aber ich persönlich fand es komisch so ein ganzes Tier mit den Krallen, Augen und Zähnen auf dem Teller liegen zu haben... Es schmeckt nicht schlecht, aber der Anblick hat mich schon ein bisschen abgestoßen... Googlet es einfach mal: CUY
Mittwoch, 23. November 2016
Montag, 21. November 2016
Surfen, muss ich noch lernen
Mein letzter Blogeintrag ist eine Weile her, aber dafür habe ich jetzt ganz viel zu erzählen.
Meine Arbeit macht mir immernoch viel Spaß. Jeden Donnerstag bin ich in der Jugendhaftanstalt und unterrichte Englisch, oder zumindest versuche ich das. Die Jungs haben nämlich nicht wirklich Lust zu lernen... Natürlich kann ich das so nicht verallgemeinern, aber trotzdem wirklich gut voran kommen wir nicht. Haben bisher uns hauptsächlich auf die Aussprache, einfache Sätze und Monate beschränken müssen. Ich hoffe wirklich, dass sie mit der Zeit bisschen mehr Interesse am lernen finden werden. Am schlimmsten finde ich es, dass ich 2-3 Leute habe, die wirklich mitmachen und der Rest ist einfach nur Laut und haben kein Bock... Das macht die ganze Sache nur noch schwieriger...
Mit den Kindern im Mi Otra Casa ist alles super, habe jetzt zwei feste Kinder für Einzelbetreuung zugeteilt bekommen. Nach meinem Empfinden ist es auch besser so, weil wir wirklich intensiv mit einzelnen Kindern zusammen arbeiten können. Ich gehe gerne zu den Kindern, weil ich das Gefühl habe, dass sie mich gerne haben und gerne mit mir spielen oder mit mir reden möchten. Ich habe ihnen auch schon ein ungarisches Klappspiel beigebracht, was sie jeden Tag gefühlt 80x mit mir spielen wollen - vor allem ist es wirklich süß, weil sie versuchen das Lied auf ungarisch mit zu singen!
Inzwischen arbeite ich auch jeden 2. Samstag 3 Stunden, ich gebe Englischklassen an Personen, die aus dem Gefängnis entlassen wurden. Bisher hat es nur 2x statt gefunden, deshalb kann ich noch nicht so wirklich viel dazu sagen.
Neue Erkenntnisse:
1. Bailo Terapia - Jeden Abend in jedem Park gibt es einen vom Staat geförderten Tanzkurs, der dauert ungefähr eine Stunde und ist vergleichbar mit Zumba. (Eine Person tanzt vorne, die anderen tanzen es nach.) Es macht wirklich viel Spaß und ich finde es auch toll, dass es überhaupt eine Möglichkeit gibt zum kostenlosen Sport machen.
2. Festivalregeln - Ich bin vor einem Monat auf einem Festival gewesen, und ich war verblüfft was für Regeln auf diesem Festival gelten. Zunächst gibt es kein Alkoholkonsum, was an sich gut ist, aber trotzdem ungewöhnlich für ein Festival. Außerdem sind Gürtel nicht erlaubt, was ich sehr sehr kurios fand... (Witzige Story: Ich habe auf diesem Festival zufällig eine Bekannte von mir aus Deutschland wieder getroffen, die zurzeit ein Auslandssemester in Cuenca macht. Wie klein die Welt doch ist!!)
3. Cuenca, Cuenca - Ich habe inzwischen meine freie Zeit immer wieder benutz um ein bisschen mehr von Ecuador zu besichtigen, und immer mehr lerne ich meine Stadt Cuenca schätzen. Mit ihrer Kultur, mit ihren wunderschönen Gebäuden, mit ihrem jungen Nachtleben, mit ihren Studenten und mit den tausenden Freizeitmöglichkeiten. Die anderen Städte sind auch schön, und ich würde mich bestimmt da auch wohl fühlen, aber für keinen Preis würde ich Cuenca hergeben. <3
4. Fernbusfahrer in der Nacht - fahren unmöglich. Als Beispiel habe ich einmal eine Nachtfahrt statt den besagten 6 Stunden, innerhalb von 4 bestritten. Was an sich nicht schlecht ist, aber der Busfahrer ist gefahren wie ein irrer und das ist wirklich sehr gefährlich, weil hier die Routen meist durch die Berge verlaufen und somit wirklich sehr sehr kurvig und eng sind.
5. Hochzeiten - Ich war mit meiner Familie bei einer Hochzeit in Quito, und ich muss ehrlich sagen, dass hier der Alkoholkonsum übertrieben ist. Ich bin es zwar gewohnt, dass die Menge angetrunken oder teilst betrunken ist, aber das ist nicht vergleichbar mit den Rauschzuständen hier. Insgesamt war es aber wirklich schön, weil ich den Rest meiner "Familie" kennenlernen konnte.
6. Käsekuchen - Meine Gastmutter ist ein wirklich großer Fan von Käsekuchen, deshalb habe ich ihr einen Kuchen für ihren Geburtstag gemacht, was eher als ein Improvisationsakt aufgefasst werden kann. Hier gibt nämlich nicht die gleichen Milchprodukte, wie bei uns daheim. (Leider...) Aus diesem Grund musste der Kuchen um die 4 Stunden gebackt werden, bis es die Konsistenz eines Kuchens aufgenommen hat... Lecker, war es aber trotzdem.
7. Abstellen des Fahrrades - Muss man wirklich aufpassen, wo man das macht... Sonst kann man das Fahrrad nach Hause schieben, und am nächsten Tag zur Reparatur gehen um das zerstochene Rad flicken zu lassen... Ist mir leider schon 2x passiert...
Anfang November hatten wir Fiestas de Cuenca, wo die Liberation von Cuenca gefeiert wurde. Während der ganzen Woche eskaliert Cuenca völlig, jeden Abend ist über all Party. An jeder Straßenecke wurden Bühnen aufgebaut, wo ganz viele berühmte einheimische Acts aufgetreten sind. Außerdem waren in der ganzen Stadt Ferias (Märkte) verteilt, mit Schmuck und sonstigem Kleinkrams. Das typische Getränk der Cuenca-Tage, "Colada Morada", ist auch ein Muss, da es dieses Getränk nur zu dieser Zeit (mehr oder weniger) gibt. Mir persönlich hat es nicht sehr geschmeckt, da es sich um ein Brombeer-Maismehl Getränk handelt und ich nicht wirklich ein Fan von gekochten Brombeeren bin. Aber es war wirklich ein sehr schönes Erlebnis, vor allem weil man hier die ganze Woche frei bekommt. Aus diesem Grund fährt auch gefühlt die ganze Sierra (das Gebiet der Anden) ans Meer. Ich selber bin auch vor den Cuenca-Tagen an die Küste gefahren, leider hatten wir nicht wirklich gutes Wetter, aber zum Baden hat es trotzdem noch gereicht. Außerdem ist meist nur in der Hochsaison gutes Wetter (Dezember bis März), und dafür werden auch die Übernachtungspreise fast verdoppelt, also war es trotzdem schön, weil unser Hostal in Montañita direkt am menschenleerem Strand war. Montañita ist eine kleine Surferstadt mit ganz vielen Alternativenecken, was mir sehr gut gefallen hat. In der Nähe gab es einen wunderschönen Strand, namens Los Frailes, der dafür berühmt ist, der schönste Strand in Ecuador zu sein. Es ist vor allem so toll, weil es in einem Naturreservat ist und dadurch der Strand nicht überfüllt ist.
Meine Arbeit macht mir immernoch viel Spaß. Jeden Donnerstag bin ich in der Jugendhaftanstalt und unterrichte Englisch, oder zumindest versuche ich das. Die Jungs haben nämlich nicht wirklich Lust zu lernen... Natürlich kann ich das so nicht verallgemeinern, aber trotzdem wirklich gut voran kommen wir nicht. Haben bisher uns hauptsächlich auf die Aussprache, einfache Sätze und Monate beschränken müssen. Ich hoffe wirklich, dass sie mit der Zeit bisschen mehr Interesse am lernen finden werden. Am schlimmsten finde ich es, dass ich 2-3 Leute habe, die wirklich mitmachen und der Rest ist einfach nur Laut und haben kein Bock... Das macht die ganze Sache nur noch schwieriger...
Mit den Kindern im Mi Otra Casa ist alles super, habe jetzt zwei feste Kinder für Einzelbetreuung zugeteilt bekommen. Nach meinem Empfinden ist es auch besser so, weil wir wirklich intensiv mit einzelnen Kindern zusammen arbeiten können. Ich gehe gerne zu den Kindern, weil ich das Gefühl habe, dass sie mich gerne haben und gerne mit mir spielen oder mit mir reden möchten. Ich habe ihnen auch schon ein ungarisches Klappspiel beigebracht, was sie jeden Tag gefühlt 80x mit mir spielen wollen - vor allem ist es wirklich süß, weil sie versuchen das Lied auf ungarisch mit zu singen!
Inzwischen arbeite ich auch jeden 2. Samstag 3 Stunden, ich gebe Englischklassen an Personen, die aus dem Gefängnis entlassen wurden. Bisher hat es nur 2x statt gefunden, deshalb kann ich noch nicht so wirklich viel dazu sagen.
Neue Erkenntnisse:
1. Bailo Terapia - Jeden Abend in jedem Park gibt es einen vom Staat geförderten Tanzkurs, der dauert ungefähr eine Stunde und ist vergleichbar mit Zumba. (Eine Person tanzt vorne, die anderen tanzen es nach.) Es macht wirklich viel Spaß und ich finde es auch toll, dass es überhaupt eine Möglichkeit gibt zum kostenlosen Sport machen.
2. Festivalregeln - Ich bin vor einem Monat auf einem Festival gewesen, und ich war verblüfft was für Regeln auf diesem Festival gelten. Zunächst gibt es kein Alkoholkonsum, was an sich gut ist, aber trotzdem ungewöhnlich für ein Festival. Außerdem sind Gürtel nicht erlaubt, was ich sehr sehr kurios fand... (Witzige Story: Ich habe auf diesem Festival zufällig eine Bekannte von mir aus Deutschland wieder getroffen, die zurzeit ein Auslandssemester in Cuenca macht. Wie klein die Welt doch ist!!)
3. Cuenca, Cuenca - Ich habe inzwischen meine freie Zeit immer wieder benutz um ein bisschen mehr von Ecuador zu besichtigen, und immer mehr lerne ich meine Stadt Cuenca schätzen. Mit ihrer Kultur, mit ihren wunderschönen Gebäuden, mit ihrem jungen Nachtleben, mit ihren Studenten und mit den tausenden Freizeitmöglichkeiten. Die anderen Städte sind auch schön, und ich würde mich bestimmt da auch wohl fühlen, aber für keinen Preis würde ich Cuenca hergeben. <3
4. Fernbusfahrer in der Nacht - fahren unmöglich. Als Beispiel habe ich einmal eine Nachtfahrt statt den besagten 6 Stunden, innerhalb von 4 bestritten. Was an sich nicht schlecht ist, aber der Busfahrer ist gefahren wie ein irrer und das ist wirklich sehr gefährlich, weil hier die Routen meist durch die Berge verlaufen und somit wirklich sehr sehr kurvig und eng sind.
5. Hochzeiten - Ich war mit meiner Familie bei einer Hochzeit in Quito, und ich muss ehrlich sagen, dass hier der Alkoholkonsum übertrieben ist. Ich bin es zwar gewohnt, dass die Menge angetrunken oder teilst betrunken ist, aber das ist nicht vergleichbar mit den Rauschzuständen hier. Insgesamt war es aber wirklich schön, weil ich den Rest meiner "Familie" kennenlernen konnte.
6. Käsekuchen - Meine Gastmutter ist ein wirklich großer Fan von Käsekuchen, deshalb habe ich ihr einen Kuchen für ihren Geburtstag gemacht, was eher als ein Improvisationsakt aufgefasst werden kann. Hier gibt nämlich nicht die gleichen Milchprodukte, wie bei uns daheim. (Leider...) Aus diesem Grund musste der Kuchen um die 4 Stunden gebackt werden, bis es die Konsistenz eines Kuchens aufgenommen hat... Lecker, war es aber trotzdem.
7. Abstellen des Fahrrades - Muss man wirklich aufpassen, wo man das macht... Sonst kann man das Fahrrad nach Hause schieben, und am nächsten Tag zur Reparatur gehen um das zerstochene Rad flicken zu lassen... Ist mir leider schon 2x passiert...
Anfang November hatten wir Fiestas de Cuenca, wo die Liberation von Cuenca gefeiert wurde. Während der ganzen Woche eskaliert Cuenca völlig, jeden Abend ist über all Party. An jeder Straßenecke wurden Bühnen aufgebaut, wo ganz viele berühmte einheimische Acts aufgetreten sind. Außerdem waren in der ganzen Stadt Ferias (Märkte) verteilt, mit Schmuck und sonstigem Kleinkrams. Das typische Getränk der Cuenca-Tage, "Colada Morada", ist auch ein Muss, da es dieses Getränk nur zu dieser Zeit (mehr oder weniger) gibt. Mir persönlich hat es nicht sehr geschmeckt, da es sich um ein Brombeer-Maismehl Getränk handelt und ich nicht wirklich ein Fan von gekochten Brombeeren bin. Aber es war wirklich ein sehr schönes Erlebnis, vor allem weil man hier die ganze Woche frei bekommt. Aus diesem Grund fährt auch gefühlt die ganze Sierra (das Gebiet der Anden) ans Meer. Ich selber bin auch vor den Cuenca-Tagen an die Küste gefahren, leider hatten wir nicht wirklich gutes Wetter, aber zum Baden hat es trotzdem noch gereicht. Außerdem ist meist nur in der Hochsaison gutes Wetter (Dezember bis März), und dafür werden auch die Übernachtungspreise fast verdoppelt, also war es trotzdem schön, weil unser Hostal in Montañita direkt am menschenleerem Strand war. Montañita ist eine kleine Surferstadt mit ganz vielen Alternativenecken, was mir sehr gut gefallen hat. In der Nähe gab es einen wunderschönen Strand, namens Los Frailes, der dafür berühmt ist, der schönste Strand in Ecuador zu sein. Es ist vor allem so toll, weil es in einem Naturreservat ist und dadurch der Strand nicht überfüllt ist.
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