Samstag, 24. Dezember 2016

Weihnachten?

Weihnachten ist für mich ein Gefühl... Ein Gefühl von Kälte, von einem warmen Ofen mit einem heißen Kakao und dem Duft von Zimt und Keksen. Aber ich muss sagen bei 25 Grad im Schatten, kurzer Hose und einem Cocktail kommt bei mir nicht wirklich ein Weihnachtsgefühl auf - trotz der tausenden Weihnachtsfeier die bei meiner Arbeit abgehalten werden. Wir hatten eine Weihnachtsfeier von den Mitarbeitern der Jugendhaftanstalt, eine von den Mitarbeitern von Somos Familie (die Organisation bei der ich angestellt bin), eine mit den Jugendlichen und ihren Angehörigen in dem Gefängnis (denen wir mit meiner Mitfreiwilligen selbstgemachte Kekse geschenkt haben
- hat 5 Stunden gedauert bis wir alles für 40 Personen fertig gebacken, dekoriert und verpackt haben) und eine von den Kindern bei Mi Otra Casa. Von dieser werde ich bisschen ausführlicher berichten, weil sie wirklich viel Spaß gemacht hat. Wir haben zunächst mit den Kindern Weihnachtsgebäck ausgestochen und dekoriert. (Ecuadorianer haben nämlich keine annähernd ähnliche Tradition) Danach wurde ein Zauberer eingeladen um die Kinder zu unterhalten, der eine wirklich amüsante Show zustande gebracht hat. Danach haben die Kinder ihre Geschenke bekommen, die wir davor tagelang, mehr oder weniger schön, eingepackt haben. Darauf folgte ein Weihnachtsessen mit (oh wunder) Reis als Beilage... Es war wirklich schön zu sehen wie sehr sich die Kinder an diesem Tag amüsiert haben, und obwohl mein freier Sonntag drauf gegangen ist, hat es sich wirklich gelohnt!


Hier wird Weihnachten auch mit anderen Ritualen gefeiert - zum Beispiel ist der Weihnachtsumzug "Pase del niño" sehr typisch. Es ist ein traditioneller Umzug mit Trachten und Tänzen. Üblicherweise findet es am 24. Dezember statt und die Karavane durchzieht innerhalb von 5 Stunden die ganze Innenstadt... Hier ein Eindruck von der Parade: 




Meine Mitbewohnerinnen und ich wurden von unseren Vermietern heute zum Weihnachtsessen "cena navideña" eingeladen, und danach brechen wir auch direkt auf um auf einem Vulkan die restlichen Feiertage zu verbringen. Da wir alle für die Feiertage frei bekommen haben, werden wir in den kommenden 10 Tagen den Norden des Landes bisschen erkunden - wohin wir genau gehen werden steht nur grob fest... Aber das ist auch egal, Hauptsache wir haben paar schöne Tage zusammen!

Theresa und Lili - meine Mitbewohnerinnen
Ein fröhliches 
Fest 
und felíz navidad
aus dem sonnigen Cuenca
auf der anderen Seite der Welt!!

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Sport ist Männersache

Ich bin umgezogen, ich lebe jetzt mit zwei deutschen Mitfreiwilligen zusammen in einer WG im Zentrum von Cuenca. Ich bin aus der Gastfamilie nicht ausgezogen, weil ich mich unwohl gefühlt hätte - sondern weil ich ein wirklich tolles Angebot erhalten habe. Ich habe nicht mal nach einer Wohnung gesucht, sondern sie wurde mir von einer ecuadorianischen Bekannten angeboten! Aber ich habe es nicht bereut, es ist schön wieder selbstständig zu sein (ich bin das ja schon seit 1-2 Jahren gewohnt gewesen) und sich um sich selber kümmern zu müssen. Vor allem sind unsere Vermieter wirklich unheimlich toll - sie haben uns alles möbliert, und uns sogar einen kleinen Plastikweihnachtsbaum mit Lichtern und Schmuck besorgt

(Randnotiz: Hier sind Nadelbäume sehr rar, aus diesem Grund sind die alle aus Plastik... )

Mit meinem Team hatte ich ein Spiel in der "Nähe" von Cuenca, und ich muss zugeben, dass meine Kondition auf dieser Höhe noch nicht zu existieren scheint... Ich bin 2x auf'm Feld hoch und runter gelaufen und war schon aus der Puste, außerdem schlafen immer meine Glieder nach einer Zeit ein - das ist auch nicht so ein gutes Zeichen... (Trinke jetzt ganz viel Ingwer Tee um meine Zirkulation in Schwung zu bringen, hoffentlich wirkt es bald.) Leider haben wir das Spiel mit einem Punkt verloren, aber dazu muss ich erwähnen, dass vielleicht die HEIMmannschaft von den HEIMschiris bei der Foulvergabe vielleicht etwas bevorzugt wurde... Aber ist nicht wirklich wichtig, weil es nur ein Freundschaftsspiel war, außerdem hat es unheimlich viel Spaß gemacht, weil mich das Team wirklich gut aufgenommen hat und mich als ein Teil ihrer Mannschaft ansehen.
 
Neue Rubrik:
Neues von meiner Arbeit:

Wir haben im Gefängnis die erste Klausur geschrieben, und die Jungs haben sich darüber beschwert weshalb sie bei der Klausur nicht mit einander reden können und warum sie nicht ihre Hefte benutzen dürfen... Leider ist es nicht wirklich gut verlaufen, aber wenigstens haben sich die Jungs bemüht, das zählt ja auch schon mal was - aus diesem Grund ist auch niemand durchgefallen... Ich gehe wirklich gerne ins Gefängnis, ich mag es mich mit den Jungs zu unterhalten und ihre Geschichten zu hören (wenn sie, sie mit mir teilen wollen). Habe letzte Woche auch mit ihnen Basketball und EcuVolley gespielt.

EcuVolley: Ist so wie Volleyball nur man spielt 3 gegen 3, man zählt die Punkte bisschen anders (habe es noch nicht durchgeblickt) und man spielt ohne Technik, es geht eher um Kraft. Außerdem spielt man es mit einem steinharten Fußball - wenn man es mit Technik versucht hat man später Blutrote Unterarme...

Auf jeden Fall waren sie beeindruckt, dass ich sportlich bin und mit ihnen problemlos mithalten kann. Ich denke, da dieses Land ja sehr "Machista" ist, waren sie überrascht, dass eine Frau keine Probleme hat auf ihrem Niveau mit zu halten oder sogar vielleicht besser zu sein - vor allem beim Sport ("was ja Männersache ist")...