Mit meiner ecuadorianischen Organisation, Pastoral Social, haben wir immer wieder organisierte Ausfluege und Treffen. Zum Beispiel hatten wir vor paar Monaten ein Treffen, wo wir die Politik Ecuadors besprochen haben.
Unser letzter Ausflug zur Fairtrade-Bananenplantage im Februar:
Wir sind morgens sehr frueh losgefahren, um puenktlich um 9h an der Plantage zu sein. (Obwohl Ecuador "so klein" ist, brauchen wir aus der Sierra, mindestens 4 Std. an die Kueste...) Dort erwartete uns erstmal erdrueckende Hitze und Schwuele. Ich bin, während meiner Reisen, schon oft an Bananenplantagen vorbei gefahren, dennoch war mir nie wirklich bewusst, wie Bananen überhaupt "produziert" werden... Das Bananen auf einem Baum wachsen war mir bewusst, aber das an einem Baum nur eine Staude heranwachsen kann zum Beispiel nicht. Während die Frucht noch hereinreift, wächst aus der Wurzel des Baumes, ein neuer kleiner Baum. (Durchschnittlich braucht die Frucht, bis sie reif zum Pflücken ist, 10 Monate. Und eine Staude hat mehr oder weniger 120 Bananen.) Diese Plantage ist ein Familienbetrieb, und somit hilft die ganze Familie beim Pflücken, Tragen, Waschen und Verpacken. Die schönen Bananen (die hässlichen werden aussortiert um auf dem Markt von Ecuador verkauft zu werden....)sind meist noch grün, damit sie während der langen Reise nach Europa reifen können. In eine Kiste passt meistens ein Staude, und diese wird nach dem "Fairtrade" - Preis vergolten. Das wären USD 8,20... Die Kiste nicht Fairtradebananen kosten maximal USD 6,10, meist ist der Preis jedoch niedriger da die Konkurenz einfach zu gross ist... Die Plantage die wir Besucht haben, beliefert Weltläden und Biomärkte in Deutschland, sogar hauptsächlich Frankfurt (Main).
Obwohl das eine Fairtradeplantage war, finde ich ich den Kosten-Arbeitsausgleich mehr als nur ungerecht. Denn dieses Geld, was sie pro Kiste kriegen, wird natürlich noch zwischen den 10 Arbeitern aufgeteilt und da die Bearbeitung einer Staude Bananen an die 30-40 Minuten dauert, kommen die Arbeiter durchschnittlich nicht mal auf den ecuadorianischen Mindestlohn von USD 2,1/Std...
Während der ganzen Zeit stellt sich mir eine Frage:
Könnte ich es mir eigentlich
nicht leisten 30 Cent mehr für
eine Banane auszugeben, und damit dazu beizutragen, dass die soziale Ungerechtigkeit nicht so gravierend bleibt?
Falls ihr noch bisschen Hintergrundinformationen zu den Bananen in unseren Supermärkten, und was wirklich "Fairtrade" ist, wollt, empfehle ich euch den beigefügten Link zu lesen. Einer meiner Mitfreiwilligen hier in Ecuador hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und in seinem Blog seine Erkenntnisse veröffentlich. Wirklich lesenswert, vor allem um ein Idee von unserer "Fairen" Welt zu kriegen:
https://moritzenlosandes.wordpress.com/2017/03/15/die-banane/
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