Ich bin umgezogen, ich lebe jetzt mit zwei deutschen Mitfreiwilligen zusammen in einer WG im Zentrum von Cuenca. Ich bin aus der Gastfamilie nicht ausgezogen, weil ich mich unwohl gefühlt hätte - sondern weil ich ein wirklich tolles Angebot erhalten habe. Ich habe nicht mal nach einer Wohnung gesucht, sondern sie wurde mir von einer ecuadorianischen Bekannten angeboten! Aber ich habe es nicht bereut, es ist schön wieder selbstständig zu sein (ich bin das ja schon seit 1-2 Jahren gewohnt gewesen) und sich um sich selber kümmern zu müssen. Vor allem sind unsere Vermieter wirklich unheimlich toll - sie haben uns alles möbliert, und uns sogar einen kleinen Plastikweihnachtsbaum mit Lichtern und Schmuck besorgt!
(Randnotiz: Hier sind Nadelbäume sehr rar, aus diesem Grund sind die alle aus Plastik... )
Mit meinem Team hatte ich ein Spiel in der "Nähe" von Cuenca, und ich muss zugeben, dass meine Kondition auf dieser Höhe noch nicht zu existieren scheint... Ich bin 2x auf'm Feld hoch und runter gelaufen und war schon aus der Puste, außerdem schlafen immer meine Glieder nach einer Zeit ein - das ist auch nicht so ein gutes Zeichen... (Trinke jetzt ganz viel Ingwer Tee um meine Zirkulation in Schwung zu bringen, hoffentlich wirkt es bald.) Leider haben wir das Spiel mit einem Punkt verloren, aber dazu muss ich erwähnen, dass vielleicht die HEIMmannschaft von den HEIMschiris bei der Foulvergabe vielleicht etwas bevorzugt wurde... Aber ist nicht wirklich wichtig, weil es nur ein Freundschaftsspiel war, außerdem hat es unheimlich viel Spaß gemacht, weil mich das Team wirklich gut aufgenommen hat und mich als ein Teil ihrer Mannschaft ansehen.
Neue Rubrik:
Neues von meiner Arbeit:
Wir haben im Gefängnis die erste Klausur geschrieben, und die Jungs haben sich darüber beschwert weshalb sie bei der Klausur nicht mit einander reden können und warum sie nicht ihre Hefte benutzen dürfen... Leider ist es nicht wirklich gut verlaufen, aber wenigstens haben sich die Jungs bemüht, das zählt ja auch schon mal was - aus diesem Grund ist auch niemand durchgefallen... Ich gehe wirklich gerne ins Gefängnis, ich mag es mich mit den Jungs zu unterhalten und ihre Geschichten zu hören (wenn sie, sie mit mir teilen wollen). Habe letzte Woche auch mit ihnen Basketball und EcuVolley gespielt.
EcuVolley: Ist so wie Volleyball nur man spielt 3 gegen 3, man zählt die Punkte bisschen anders (habe es noch nicht durchgeblickt) und man spielt ohne Technik, es geht eher um Kraft. Außerdem spielt man es mit einem steinharten Fußball - wenn man es mit Technik versucht hat man später Blutrote Unterarme...
Auf jeden Fall waren sie beeindruckt, dass ich sportlich bin und mit ihnen problemlos mithalten kann. Ich denke, da dieses Land ja sehr "Machista" ist, waren sie überrascht, dass eine Frau keine Probleme hat auf ihrem Niveau mit zu halten oder sogar vielleicht besser zu sein - vor allem beim Sport ("was ja Männersache ist")...
Donnerstag, 22. Dezember 2016
Dienstag, 13. Dezember 2016
150 schlechte Gedärme
Unter der Woche habe ich jetzt ganz viele Freizeitaktivitäten gefunden, die ich betreiben kann! Ich spiele super oft Basketball, und habe auch eine Jugendmannschaft in meinem Alter gefunden, die jeden Abend trainieren. Außerdem probiere ich mich jetzt 1x die Woche beim Kendo, die Kampfsportart der Samuraie. Es ist mal was komplett anderes, aber es macht trotzdem viel Spaß. Neben den Sachen machen ich noch einen Tanzkurs in lateinamerikanischen Tänzen, leider war ich noch nicht so oft da, dass ich behaupten könnte einen Tanz zu beherrschen - hoffentlich wird das aber noch im Laufe des Jahres. (Tanzkurs ist hier unheimlich günstig, man zahlt 45 USD für 20 Stunden Unterricht...)
Wir hatten einen weltwaerts-Tag (Das ist das Programm, was der deutschen Staat für Auslandsfreiwilligendienste als Unterstützung bereit hält.), bei dem alle 150!! von Deutschland gesandten Freiwillige zusammen getrudelt sind um sich kennenzulernen. Es war wirklich ganz nett, aber leider nicht alles... Bin danach mit einer Lebensmittelvergiftung nach Hause gekehrt... (Nicht nur ich, sondern die Mehrheit der Anwesenden.) Ich konnte 3 Tage lang nichts essen, weil mich alles direkt auf verschiedensten Wegen verlassen wollte...
Neue Beobachtungen:
1. Schnitzel - Kann man hier machen, obwohl es hier kein Semmelbrösel gibt. Aber das "frische" Baguette zerbröselt hat es auch getan...
2. Physiotherapie - Ich hatte zwischenzeitlich unheimliche Rückenschmerzen und aus diesem Grund bin ich zu einer Arbeitsstelle einer Mitfreiwilligen gegangen, da ich da eine Sitzung in Anspruch nehmen konnte. Nach meinem Gefühl hatte ich an die 2-3 Monate Behandlungen in 1,5 Stunden... Wärmetherapie, Elektrotherapie, Magnetotherapie, therapeutischer Ultraschall, Massage und Dehnung...
3. Weihnachten - Fühlt sich hier nicht an wie Weihnachten... Wir haben 30 Grad, und dabei kommt in mir trotzt der Weihnachtsdeko auf den Strassen nicht das Gefühl vom Fest der Freude auf...
4. Kondition und Sport - Inzwischen hat sich mein Körper schon teilweise angepasst an die Höhe, aber trotzdem ich komme so schnell aus der Puste. Alleine schon die Treppen zu unserer Kathedrale hoch zu laufen im Schnelltempo lässt mich tiefer atmen als üblich...
5. Geburtstagsrituale - Man kriegt seine Torte mehr oder weniger ins Gesicht geschmiert. Außerdem kriegt man Schläge, Schläge mit einem Gürtel, 20 für den 20. Geburtstag... Ich freue mich ja schon sooo auf den Januar...
An der Arbeit läuft alles wie gewohnt, Tag ein Tag aus mehr oder weniger der gleiche Ritus. Jedoch haben meine Mitfreiwillige und ich für die Kinder im Mi Otra Casa eine Schnitzeljagd organisiert, und es war wirklich ein großer Erfolg. Die Kinder haben es wirklich so sehr genossen, vor allem dem Wettstreit um die Lösung der Aufgaben... Wir planen nochmal einen zu organisieren, aber in einem riesigen Park bei uns in der Stadt - damit die Kinder wirklich schwierigere Aufgaben bewältigen müssen. (Uns hat es aber auch wirklich Spass gemacht alles zu organisieren, damit es fehlerfrei ablaufen kann!! Ich freue mich schon drauf wenn wir diesen Freitag die neuen Plätze zum Verstecken erkunden! :) )
Wir hatten einen weltwaerts-Tag (Das ist das Programm, was der deutschen Staat für Auslandsfreiwilligendienste als Unterstützung bereit hält.), bei dem alle 150!! von Deutschland gesandten Freiwillige zusammen getrudelt sind um sich kennenzulernen. Es war wirklich ganz nett, aber leider nicht alles... Bin danach mit einer Lebensmittelvergiftung nach Hause gekehrt... (Nicht nur ich, sondern die Mehrheit der Anwesenden.) Ich konnte 3 Tage lang nichts essen, weil mich alles direkt auf verschiedensten Wegen verlassen wollte...
Neue Beobachtungen:
1. Schnitzel - Kann man hier machen, obwohl es hier kein Semmelbrösel gibt. Aber das "frische" Baguette zerbröselt hat es auch getan...
2. Physiotherapie - Ich hatte zwischenzeitlich unheimliche Rückenschmerzen und aus diesem Grund bin ich zu einer Arbeitsstelle einer Mitfreiwilligen gegangen, da ich da eine Sitzung in Anspruch nehmen konnte. Nach meinem Gefühl hatte ich an die 2-3 Monate Behandlungen in 1,5 Stunden... Wärmetherapie, Elektrotherapie, Magnetotherapie, therapeutischer Ultraschall, Massage und Dehnung...
3. Weihnachten - Fühlt sich hier nicht an wie Weihnachten... Wir haben 30 Grad, und dabei kommt in mir trotzt der Weihnachtsdeko auf den Strassen nicht das Gefühl vom Fest der Freude auf...
4. Kondition und Sport - Inzwischen hat sich mein Körper schon teilweise angepasst an die Höhe, aber trotzdem ich komme so schnell aus der Puste. Alleine schon die Treppen zu unserer Kathedrale hoch zu laufen im Schnelltempo lässt mich tiefer atmen als üblich...
5. Geburtstagsrituale - Man kriegt seine Torte mehr oder weniger ins Gesicht geschmiert. Außerdem kriegt man Schläge, Schläge mit einem Gürtel, 20 für den 20. Geburtstag... Ich freue mich ja schon sooo auf den Januar...
An der Arbeit läuft alles wie gewohnt, Tag ein Tag aus mehr oder weniger der gleiche Ritus. Jedoch haben meine Mitfreiwillige und ich für die Kinder im Mi Otra Casa eine Schnitzeljagd organisiert, und es war wirklich ein großer Erfolg. Die Kinder haben es wirklich so sehr genossen, vor allem dem Wettstreit um die Lösung der Aufgaben... Wir planen nochmal einen zu organisieren, aber in einem riesigen Park bei uns in der Stadt - damit die Kinder wirklich schwierigere Aufgaben bewältigen müssen. (Uns hat es aber auch wirklich Spass gemacht alles zu organisieren, damit es fehlerfrei ablaufen kann!! Ich freue mich schon drauf wenn wir diesen Freitag die neuen Plätze zum Verstecken erkunden! :) )
Mittwoch, 23. November 2016
Esther vs. Meerschweinchen
Letzte Woche bin ich in eine kleine Ortschaft, 1,5 Stunden von Cuenca entfernt, gefahren um einen Dialog an der dortigen Internationalen Schule über kulturelle Unterschiede zu halten. Es war wirklich sehr toll, sich mit den Schülern über meine Empfindungen über ihre Kultur auszutauschen, außerdem gefiel es mir ihnen über meine zu erzählen. Mir hat es unglaublich Spaß gemacht mich darüber zu unterhalten, und dadurch vergingen die 7 unterschiedlichen Unterrichtsstunden auch wie im Flug. Ich habe ja bereits erwähnt, dass ich oder generell Ausländer in Ecuador auffallen. (Durch Größe, Statur, Augen oder Haarfarbe - ich gelte hier als Blond...unverständlich für mich...) Aber mir war nicht bewusst, wie sehr wir auf den Dörfern auffallen! Wir (zwei andere Freiwillige sind noch mit zum Dialog gekommen) wurden gemustert wie Tiere in einem Zoo; sie sind neben uns stehen geblieben um nochmal genau zu gucken, oder wir wurden gefragt ob wir Bereit sind mit ihnen Fotos zu machen - es war wirklich verrückt. Durch unsere Popularität wurden wir dann aber auch direkt eingeladen, bei der Schönheitskönigin der Stadt, um Cuy (Meerschweinchen - die typische Speise für die Gegend von Cuenca) zu essen. Das ist an sich ja auch schon verrückt, irgendwelche fremde einfach zu einem "kleinem" Mittagessen einzuladen - es waren dann 14 Personen die uns bei der Kostprobe zu geschaut haben; hat die Situation nicht unbedingt komfortabler gemacht...
Ich muss ehrlich sagen, dass ich von dieser Speise nicht wirklich begeistert bin. Also versteht mich nicht falsch, es sollte man probiert haben, aber ich persönlich fand es komisch so ein ganzes Tier mit den Krallen, Augen und Zähnen auf dem Teller liegen zu haben... Es schmeckt nicht schlecht, aber der Anblick hat mich schon ein bisschen abgestoßen... Googlet es einfach mal: CUY
Ich muss ehrlich sagen, dass ich von dieser Speise nicht wirklich begeistert bin. Also versteht mich nicht falsch, es sollte man probiert haben, aber ich persönlich fand es komisch so ein ganzes Tier mit den Krallen, Augen und Zähnen auf dem Teller liegen zu haben... Es schmeckt nicht schlecht, aber der Anblick hat mich schon ein bisschen abgestoßen... Googlet es einfach mal: CUY
Montag, 21. November 2016
Surfen, muss ich noch lernen
Mein letzter Blogeintrag ist eine Weile her, aber dafür habe ich jetzt ganz viel zu erzählen.
Meine Arbeit macht mir immernoch viel Spaß. Jeden Donnerstag bin ich in der Jugendhaftanstalt und unterrichte Englisch, oder zumindest versuche ich das. Die Jungs haben nämlich nicht wirklich Lust zu lernen... Natürlich kann ich das so nicht verallgemeinern, aber trotzdem wirklich gut voran kommen wir nicht. Haben bisher uns hauptsächlich auf die Aussprache, einfache Sätze und Monate beschränken müssen. Ich hoffe wirklich, dass sie mit der Zeit bisschen mehr Interesse am lernen finden werden. Am schlimmsten finde ich es, dass ich 2-3 Leute habe, die wirklich mitmachen und der Rest ist einfach nur Laut und haben kein Bock... Das macht die ganze Sache nur noch schwieriger...
Mit den Kindern im Mi Otra Casa ist alles super, habe jetzt zwei feste Kinder für Einzelbetreuung zugeteilt bekommen. Nach meinem Empfinden ist es auch besser so, weil wir wirklich intensiv mit einzelnen Kindern zusammen arbeiten können. Ich gehe gerne zu den Kindern, weil ich das Gefühl habe, dass sie mich gerne haben und gerne mit mir spielen oder mit mir reden möchten. Ich habe ihnen auch schon ein ungarisches Klappspiel beigebracht, was sie jeden Tag gefühlt 80x mit mir spielen wollen - vor allem ist es wirklich süß, weil sie versuchen das Lied auf ungarisch mit zu singen!
Inzwischen arbeite ich auch jeden 2. Samstag 3 Stunden, ich gebe Englischklassen an Personen, die aus dem Gefängnis entlassen wurden. Bisher hat es nur 2x statt gefunden, deshalb kann ich noch nicht so wirklich viel dazu sagen.
Neue Erkenntnisse:
1. Bailo Terapia - Jeden Abend in jedem Park gibt es einen vom Staat geförderten Tanzkurs, der dauert ungefähr eine Stunde und ist vergleichbar mit Zumba. (Eine Person tanzt vorne, die anderen tanzen es nach.) Es macht wirklich viel Spaß und ich finde es auch toll, dass es überhaupt eine Möglichkeit gibt zum kostenlosen Sport machen.
2. Festivalregeln - Ich bin vor einem Monat auf einem Festival gewesen, und ich war verblüfft was für Regeln auf diesem Festival gelten. Zunächst gibt es kein Alkoholkonsum, was an sich gut ist, aber trotzdem ungewöhnlich für ein Festival. Außerdem sind Gürtel nicht erlaubt, was ich sehr sehr kurios fand... (Witzige Story: Ich habe auf diesem Festival zufällig eine Bekannte von mir aus Deutschland wieder getroffen, die zurzeit ein Auslandssemester in Cuenca macht. Wie klein die Welt doch ist!!)
3. Cuenca, Cuenca - Ich habe inzwischen meine freie Zeit immer wieder benutz um ein bisschen mehr von Ecuador zu besichtigen, und immer mehr lerne ich meine Stadt Cuenca schätzen. Mit ihrer Kultur, mit ihren wunderschönen Gebäuden, mit ihrem jungen Nachtleben, mit ihren Studenten und mit den tausenden Freizeitmöglichkeiten. Die anderen Städte sind auch schön, und ich würde mich bestimmt da auch wohl fühlen, aber für keinen Preis würde ich Cuenca hergeben. <3
4. Fernbusfahrer in der Nacht - fahren unmöglich. Als Beispiel habe ich einmal eine Nachtfahrt statt den besagten 6 Stunden, innerhalb von 4 bestritten. Was an sich nicht schlecht ist, aber der Busfahrer ist gefahren wie ein irrer und das ist wirklich sehr gefährlich, weil hier die Routen meist durch die Berge verlaufen und somit wirklich sehr sehr kurvig und eng sind.
5. Hochzeiten - Ich war mit meiner Familie bei einer Hochzeit in Quito, und ich muss ehrlich sagen, dass hier der Alkoholkonsum übertrieben ist. Ich bin es zwar gewohnt, dass die Menge angetrunken oder teilst betrunken ist, aber das ist nicht vergleichbar mit den Rauschzuständen hier. Insgesamt war es aber wirklich schön, weil ich den Rest meiner "Familie" kennenlernen konnte.
6. Käsekuchen - Meine Gastmutter ist ein wirklich großer Fan von Käsekuchen, deshalb habe ich ihr einen Kuchen für ihren Geburtstag gemacht, was eher als ein Improvisationsakt aufgefasst werden kann. Hier gibt nämlich nicht die gleichen Milchprodukte, wie bei uns daheim. (Leider...) Aus diesem Grund musste der Kuchen um die 4 Stunden gebackt werden, bis es die Konsistenz eines Kuchens aufgenommen hat... Lecker, war es aber trotzdem.
7. Abstellen des Fahrrades - Muss man wirklich aufpassen, wo man das macht... Sonst kann man das Fahrrad nach Hause schieben, und am nächsten Tag zur Reparatur gehen um das zerstochene Rad flicken zu lassen... Ist mir leider schon 2x passiert...
Anfang November hatten wir Fiestas de Cuenca, wo die Liberation von Cuenca gefeiert wurde. Während der ganzen Woche eskaliert Cuenca völlig, jeden Abend ist über all Party. An jeder Straßenecke wurden Bühnen aufgebaut, wo ganz viele berühmte einheimische Acts aufgetreten sind. Außerdem waren in der ganzen Stadt Ferias (Märkte) verteilt, mit Schmuck und sonstigem Kleinkrams. Das typische Getränk der Cuenca-Tage, "Colada Morada", ist auch ein Muss, da es dieses Getränk nur zu dieser Zeit (mehr oder weniger) gibt. Mir persönlich hat es nicht sehr geschmeckt, da es sich um ein Brombeer-Maismehl Getränk handelt und ich nicht wirklich ein Fan von gekochten Brombeeren bin. Aber es war wirklich ein sehr schönes Erlebnis, vor allem weil man hier die ganze Woche frei bekommt. Aus diesem Grund fährt auch gefühlt die ganze Sierra (das Gebiet der Anden) ans Meer. Ich selber bin auch vor den Cuenca-Tagen an die Küste gefahren, leider hatten wir nicht wirklich gutes Wetter, aber zum Baden hat es trotzdem noch gereicht. Außerdem ist meist nur in der Hochsaison gutes Wetter (Dezember bis März), und dafür werden auch die Übernachtungspreise fast verdoppelt, also war es trotzdem schön, weil unser Hostal in Montañita direkt am menschenleerem Strand war. Montañita ist eine kleine Surferstadt mit ganz vielen Alternativenecken, was mir sehr gut gefallen hat. In der Nähe gab es einen wunderschönen Strand, namens Los Frailes, der dafür berühmt ist, der schönste Strand in Ecuador zu sein. Es ist vor allem so toll, weil es in einem Naturreservat ist und dadurch der Strand nicht überfüllt ist.
Meine Arbeit macht mir immernoch viel Spaß. Jeden Donnerstag bin ich in der Jugendhaftanstalt und unterrichte Englisch, oder zumindest versuche ich das. Die Jungs haben nämlich nicht wirklich Lust zu lernen... Natürlich kann ich das so nicht verallgemeinern, aber trotzdem wirklich gut voran kommen wir nicht. Haben bisher uns hauptsächlich auf die Aussprache, einfache Sätze und Monate beschränken müssen. Ich hoffe wirklich, dass sie mit der Zeit bisschen mehr Interesse am lernen finden werden. Am schlimmsten finde ich es, dass ich 2-3 Leute habe, die wirklich mitmachen und der Rest ist einfach nur Laut und haben kein Bock... Das macht die ganze Sache nur noch schwieriger...
Mit den Kindern im Mi Otra Casa ist alles super, habe jetzt zwei feste Kinder für Einzelbetreuung zugeteilt bekommen. Nach meinem Empfinden ist es auch besser so, weil wir wirklich intensiv mit einzelnen Kindern zusammen arbeiten können. Ich gehe gerne zu den Kindern, weil ich das Gefühl habe, dass sie mich gerne haben und gerne mit mir spielen oder mit mir reden möchten. Ich habe ihnen auch schon ein ungarisches Klappspiel beigebracht, was sie jeden Tag gefühlt 80x mit mir spielen wollen - vor allem ist es wirklich süß, weil sie versuchen das Lied auf ungarisch mit zu singen!
Inzwischen arbeite ich auch jeden 2. Samstag 3 Stunden, ich gebe Englischklassen an Personen, die aus dem Gefängnis entlassen wurden. Bisher hat es nur 2x statt gefunden, deshalb kann ich noch nicht so wirklich viel dazu sagen.
Neue Erkenntnisse:
1. Bailo Terapia - Jeden Abend in jedem Park gibt es einen vom Staat geförderten Tanzkurs, der dauert ungefähr eine Stunde und ist vergleichbar mit Zumba. (Eine Person tanzt vorne, die anderen tanzen es nach.) Es macht wirklich viel Spaß und ich finde es auch toll, dass es überhaupt eine Möglichkeit gibt zum kostenlosen Sport machen.
2. Festivalregeln - Ich bin vor einem Monat auf einem Festival gewesen, und ich war verblüfft was für Regeln auf diesem Festival gelten. Zunächst gibt es kein Alkoholkonsum, was an sich gut ist, aber trotzdem ungewöhnlich für ein Festival. Außerdem sind Gürtel nicht erlaubt, was ich sehr sehr kurios fand... (Witzige Story: Ich habe auf diesem Festival zufällig eine Bekannte von mir aus Deutschland wieder getroffen, die zurzeit ein Auslandssemester in Cuenca macht. Wie klein die Welt doch ist!!)
3. Cuenca, Cuenca - Ich habe inzwischen meine freie Zeit immer wieder benutz um ein bisschen mehr von Ecuador zu besichtigen, und immer mehr lerne ich meine Stadt Cuenca schätzen. Mit ihrer Kultur, mit ihren wunderschönen Gebäuden, mit ihrem jungen Nachtleben, mit ihren Studenten und mit den tausenden Freizeitmöglichkeiten. Die anderen Städte sind auch schön, und ich würde mich bestimmt da auch wohl fühlen, aber für keinen Preis würde ich Cuenca hergeben. <3
4. Fernbusfahrer in der Nacht - fahren unmöglich. Als Beispiel habe ich einmal eine Nachtfahrt statt den besagten 6 Stunden, innerhalb von 4 bestritten. Was an sich nicht schlecht ist, aber der Busfahrer ist gefahren wie ein irrer und das ist wirklich sehr gefährlich, weil hier die Routen meist durch die Berge verlaufen und somit wirklich sehr sehr kurvig und eng sind.
5. Hochzeiten - Ich war mit meiner Familie bei einer Hochzeit in Quito, und ich muss ehrlich sagen, dass hier der Alkoholkonsum übertrieben ist. Ich bin es zwar gewohnt, dass die Menge angetrunken oder teilst betrunken ist, aber das ist nicht vergleichbar mit den Rauschzuständen hier. Insgesamt war es aber wirklich schön, weil ich den Rest meiner "Familie" kennenlernen konnte.
6. Käsekuchen - Meine Gastmutter ist ein wirklich großer Fan von Käsekuchen, deshalb habe ich ihr einen Kuchen für ihren Geburtstag gemacht, was eher als ein Improvisationsakt aufgefasst werden kann. Hier gibt nämlich nicht die gleichen Milchprodukte, wie bei uns daheim. (Leider...) Aus diesem Grund musste der Kuchen um die 4 Stunden gebackt werden, bis es die Konsistenz eines Kuchens aufgenommen hat... Lecker, war es aber trotzdem.
7. Abstellen des Fahrrades - Muss man wirklich aufpassen, wo man das macht... Sonst kann man das Fahrrad nach Hause schieben, und am nächsten Tag zur Reparatur gehen um das zerstochene Rad flicken zu lassen... Ist mir leider schon 2x passiert...
Anfang November hatten wir Fiestas de Cuenca, wo die Liberation von Cuenca gefeiert wurde. Während der ganzen Woche eskaliert Cuenca völlig, jeden Abend ist über all Party. An jeder Straßenecke wurden Bühnen aufgebaut, wo ganz viele berühmte einheimische Acts aufgetreten sind. Außerdem waren in der ganzen Stadt Ferias (Märkte) verteilt, mit Schmuck und sonstigem Kleinkrams. Das typische Getränk der Cuenca-Tage, "Colada Morada", ist auch ein Muss, da es dieses Getränk nur zu dieser Zeit (mehr oder weniger) gibt. Mir persönlich hat es nicht sehr geschmeckt, da es sich um ein Brombeer-Maismehl Getränk handelt und ich nicht wirklich ein Fan von gekochten Brombeeren bin. Aber es war wirklich ein sehr schönes Erlebnis, vor allem weil man hier die ganze Woche frei bekommt. Aus diesem Grund fährt auch gefühlt die ganze Sierra (das Gebiet der Anden) ans Meer. Ich selber bin auch vor den Cuenca-Tagen an die Küste gefahren, leider hatten wir nicht wirklich gutes Wetter, aber zum Baden hat es trotzdem noch gereicht. Außerdem ist meist nur in der Hochsaison gutes Wetter (Dezember bis März), und dafür werden auch die Übernachtungspreise fast verdoppelt, also war es trotzdem schön, weil unser Hostal in Montañita direkt am menschenleerem Strand war. Montañita ist eine kleine Surferstadt mit ganz vielen Alternativenecken, was mir sehr gut gefallen hat. In der Nähe gab es einen wunderschönen Strand, namens Los Frailes, der dafür berühmt ist, der schönste Strand in Ecuador zu sein. Es ist vor allem so toll, weil es in einem Naturreservat ist und dadurch der Strand nicht überfüllt ist.
![]() |
| Das Zentrum der Surferstadt |
![]() | |
| Los Frailes - im ausgetrocknetem Regenwaldschutzgebiet |
Abonnieren
Posts (Atom)


