Beide arbeiten mit behinderten Kindern zusammen. Eine arbeitet in einer privaten Integrativschule und gibt Deutsch und Englisch Unterricht. In ihrer Arbeitsstelle werden Sogenannte Regelkinder mit behinderten Kinder zusammen unterrichtet. Leider muss ich dabei erwähnen, dass das oft zum Leid der Regelkinder geschieht... Das Prinzip mit der Integration ist super, und es funktioniert auch einwandfrei - denn die Kinder gehen mit einander fürsorglich um und diskriminieren einander kaum. (Kinder sind fies, als ob es komplett ohne Mobben funktionieren würde...) Dennoch ist die Umsetzung sehr schwierig gestaltet, denn auf 15 Kinder (von denen mindestens 10 eine starke Behinderung haben) kommt genau eine Lehrerin. Aus diesem Grund besteht der Unterricht oft aus Disziplinarmaßnahmen und nicht wirklich aus Fortschritt in dem Fachgebiet... Dennoch hat es mich fasziniert, was für eine Auswirkung die frühkindliche Erziehung auf den zwischenmenschlichen Umgang zwischen Regel- und nicht Regelkindern hat.
Die zweite Aufnahmestelle in die ich reingeschnuppert habe ist einfach phänomenal! Es ist eine staatlich geförderte Schule, die nur für Kinder mit Behinderungen gemacht ist. Meine Freundin gibt in den unterschiedlichen Klassen, die je nach stärke und Art der Behinderung eingeteilt worden sind, Haushaltsunterricht. Das heißt, sie übt mit den Kindern Schuhe binden, Socken an und ausziehen, Klamotten falten, Brot schneiden und mit Marmelade bestreichen, und so weiter und sofort. Ihre Arbeit ist so unglaublich sinnvoll und schön. Während des Tages, in dem ich sie begleitet habe, hatte ich so viel Spaß! Denn die Kinder sind einfach so unglaublich Herzensgut; haben sich auch direkt an mich geklammert, denn ich war ja neu und somit auch super interessant!
Zusammengefasst, haben mir diese zwei Erfahrungen offenbart, dass diese Kinder so unglaublich gute Menschen sind. Meine Gedanken gingen sogar soweit, dass ich überlegt habe Sonderpädagogik zu studieren, was ich dann aber schnell verworfen habe, denn Lehrersein ist nun wirklich nichts für mich! Trotzdem habe ich lernen können, dass ich nicht von etwas ausgehen kann (in dem Fall, dass ich keinen Bezug zu Menschen mit besonderen Bedürfnissen habe), ohne es wirklich erforscht zu haben, ob das wirklich stimmt! Mein Gedankengut hat sich aufgrund "nur" diesen zwei Erfahrungen so grundlegend geändert, und das hatte zur Ursache, dass ich viele Gedanken meinerseits hinterfragt und verändert habe.
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