Samstag, 19. August 2017

Plomo

Vor meiner Rückreise, die ich übrigens morgen antreten werde, war ich bisschen nochmal unterwegs. Wir Freiwilligen hatten meist bis Ende Juli zu arbeiten, somit hatten wir paar freie Tage um die nochmal für uns selber zu nutzen. Ich bin mit meiner Mitbewohnerin bisschen durch Ecuador nochmal gereist. 

Unsere erste Haltestelle war in Puerto López, was am Strand liegt. Dennoch es war kein Strandwetter so es sich jeder vorstellt. Zurzeit ist Regenzeit, dass heißt, dass wir im Pulli und festen Schuhen auf den Strand entlang liefen, während wir noch eine zusätzliche Regenjacke an hatten. Dennoch ist das kleine Städtchen zu dieser regnerischen Zeit gut besucht, da die Hauptwahlbeobachtungssaison gestartet ist. Wir selber haben uns einer dieser Touren angeschlossen und es war atemberaubend diese riesigen Tiere springen zu sehen! Einfach nur unglaublich!

 













Danach ging unsere Reise zu dem berühmtesten Strand Ecuadors: La playa Negra. (Der schwarze Strand) Angeblich soll in der Nähe eine Mine sein, die durch irgendwelche Stoffe den Sand schwarz gefärbt hat. Witzig war, dass der Sand so bisschen klebrig war. Also wenn es nass warm bin ich so richtig reingeschwappt!

Unsere letzte gemeinsame Station war dann die Hauptstadt Quito. Ich bin danach nochmal alleine weitergereist in den Jungle, wo ich eine Freiwillige besucht habe. Das war wirklich eine unglaublich tolle Erfahrung, einer der besten die ich in Ecuador machen durfte! Ich habe nach unserem Sinne "in den einfachsten Verhältnissen" gelebt, und es war wunderbar. Ich durfte erkennen, dass ich persönlich gar nicht so viel brauche, wie ich habe. Auch dass unser Konsum verhalten, komplett irrsinnig ist... Wisst ihr Ecuador hat mich unglaublich viel gelehrt, ich habe in diesem Jahr in jeglicher Hinsicht viel dazugelernt und damit meine ich wirklich nicht nur die Sprache. Ich bin menschlich an meiner Aufgabe gewachsen!
Ich habe viel über das Verhältnis von Ungerecht und Gerecht gelernt, und vor allem, dass das Leben nicht nur schwarz und weiß ist; dazwischen sind noch ganz viele unterschiedliche Graustufen. Dass ich somit nicht über Menschen urteilen darf, ohne ihre wahre Geschichte zu kennen. Weil jeder hat eine Vergangenheit für die die Person oft nicht verantwortlich gemacht werden kann. Natürlich treffen wir Entscheidungen, aber manche treffen diese aus Not. Warum habe ich das Recht dann darüber zu urteilen? Oder in welcher Hinsicht darf ich das überhaupt? Nicht jede Person die einen zu kurzen Rock "hat es nötig" oder "will auffallen". Vielleicht ist sie einfach nur nicht 0815, und ist das an sich nicht etwas gutes? Nicht "normal" zu sein? Was ist denn normal überhaupt? Das ebengenannte
Beispiel ist nur zur Einführung, aber genauso ist es mit Kriminellen - also versteh mich nicht falsch. Natürlich haben sie etwas illegales gemacht, aber trotzdem kann ich nicht pauschal sagen RICHTIG oder FALSCH. Was ist wenn die Person klauen musste, weil die Kinder Zuhause hungern? Ich versteh, dass sie sich somit nicht in unsere Gesellschaft integrieren, aber dennoch sie haben manchmal einfach keine Wahl. Und so ist es oft im Leben, ich tue etwas manchmal weil ich es nicht anders tuen kann. Ich darf nicht urteilen ohne alle Umstände zu kennen. Denn wirklich jeder Mensch hat Empathie verdient! Und Glückseligkeit, seid bitte zufrieden mit dem was ihr habt, seit dankbar dafür und schätzt es. Denn das Leben ist viel zu kurz um sich zu ärgern, und sich aufzuregen! ;)

Ich würde euch wirklich gerne noch mehr dazu erzählen, denn die Entscheidung nach Ecuador zu gehen, war die Beste die ich je hätte machen können. Falls ihr euch Mal Zeit für mich nehmen wollt, um alles zu erfahren, nehme ich mir auch liebend gern Zeit um alles mit euch zu teilen! Passt bitte auf euch auf, denn ich tue das auch.

Wisst ihr, morgen geht es zurück nach Deutschland und das macht mir Angst. Ich weiß nämlich nicht genau, was mich erwartet. Ich hoffe nur Gutes.

Sonntag, 30. Juli 2017

Mein letzter Tag

War für mich unglaublich schwierig. Um ehrlich zu sein meine schwirigste Verabschiedung bisher in meinem ganzen Leben. Am letzten Tag war ein Programm für die Kinder geplant, mit Clowns und einem Pantomimen. Natürlich hatte ich die Ehre mich als Clown zu verkleiden. Der Tag war unglaublich amüsant und an sich ein schöner Abschied, aber als er zu Ende ging hat es sich angefühlt, als würde ein Teil meines Ichs verschwinden. Es hat mich zu Tränen gerührt, weil ich, wie ich selber auch weiß, mit einer großen Wahrscheinlichkeit keins der Kinder je wiedersehen werde. Ich war einfach nur ein kleiner Teil ihres Lebens, was ins vergessen geraten wird. Jedoch waren sie für mich so viel mehr - und dennoch werden sie das nie erfahren... Traurig aber wahr, jeder wird seines Weges gehen und keine Chance kriegen den Lebensweg des anderen Mitzuverfolgen. 


Mientras tus viajes tienes el privilegio encontrar las mejores amistades. La pregunta es sólo hasta cuando les duraran...

Sonntag, 23. Juli 2017

Nicht meine beste Eigenschaft

Ist definitiv meine Schludrigkeit. Sonst würde ich nicht gefühlte 20 Berichte rückdatieren. Bitte nimmt es mir nicht übel, liest einfach die letzten Berichte im Rücklauf. Danke und es tut mir wirklich leid, dass ich solange nichts geschrieben habe - aber kommt, dafür ist mein Blog jetzt top aktuell!

Bisschen Kritik, schadet nie

Es ist schwer darüber zu schreiben. Es ist ja immer schwer Kritik Niveauvoll zu äußern. Wie fängt man so was denn an? Mir gefällt das nicht... klingt doch einfach nur affig.

Während meines Jahres habe ich viel in diesem Land mitbekommen, über die Menschen, über ihre Kultur und über ihre Einstellung. Und so sehr ich auch in dieses Land verliebt bin, es ist nicht alles super. Aber in welchem Land ist es denn auch?

Es gibt halt paar Sachen die einem ins Auge fallen, zum Beispiel die Problematik auf Galapagos, die ich ja schon mal erwähnt habe. Aber was noch viel gravierender ist, ist die Verhimmlichung der "Primer Mundo", soll heißen der Industriestaaten. Wo soll ich denn anfangen? Fangen wir bei dem Oberflächlichen an, die Schönheitsideale sind Größe, blonde Haare und helle Augen. Was denkt ihr wie viele Personen entsprechen diesem Ideal? Genau, fast niemand. Aber trotzdem wird in der Werbung im Fernsehen die "weiße" Frau mit ihrer Perfektion gezeigt und nicht eine ebenso wunderschöne ecuadorianische Frau. Okay, ich verstehe, dass unser Schönheitsideal auch komplett verschoben ist - aber dennoch haben wir die Chance so aussehen zu können, wie eine dieser gephotoshopten Frauen. Aber was soll eine 1,58 cm Ecuadorianerin machen mit ihren dunklen Augen, Haaren und ihrer dunkleren Haut? Sich bleichen lassen? Ach stimmt, ich vergaß - das ist möglich hier. Die Frauen können sich weißer machen durch irgendwelche chemischen Stoffe, und das geht fast in jedem Kosmetikstudio... Überlegt euch das doch mal, das ist doch irrwitzig... Aber das ist nur der Anfang. Für die Ecuadorianer ist "der weiße Mann" der Held, er weiß und versteht alles. Wisst ihr wie oft ich zu hören bekommen habe, wie perfekt doch das Leben in Deutschland sei? Und ja ich kann dem teilst zu stimmen, ökonomisch gesehen könnten wir nicht mehr Glück haben. Denn überlegt mal, der Mindestlohn liegt hier bei 380 Dollar im Monat bei gleichen Lebensmittelpreisen. Es stimmt Obst, Unterhaltskosten und Dienstleistungen sind günstiger - aber trotzdem, wie soll denn eine Familie von dem Stundenlohn von 2 Dollar irgendwas, über die Runden kommen? Klar, es ist vollkommen verständlich dass sie unser "Reichtum" verherrlichen. Allein die Tatsache, dass wir uns jährlich einmal eine zweiwöchige Urlaubsreise genehmigen können ohne dabei in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, zeigt ja das wir eine stabile Wirtschaft haben. Und kein Wunder, dass eine ecuadorianische Familie die hunderte Touristen tagtäglich in der Stadt sieht, davon ausgeht dass wir Geld haben. Aber, dass sie uns verherrlichen ist bisschen übertrieben. Aber uns scheint es ja nicht wirklich zu stören, da wir jedes Jahr 150 Freiwillige aus Deutschland in einen "entwicklungspolitischen" Freiwilligendienst nach Ecuador schicken... Und wie viele gehen nach Deutschland? 7, 7 Ecuadorianer haben die Möglichkeit das zu machen und nein es darf nicht jeder machen. Sie sollen einen Uniabschluss nachweisen (für uns reicht ja nur das ABI), darüber hinaus müssen sie Eigenbeteiligung einbringen. Und wer kann sich das leisten? Natürlich die "obere" Schicht, hingegen ist es in Deutschland (fast) für jeden zugänglich. Aber ist die Tatsache an sich nicht schon unfair, dass bei mir das Abi reicht um zu "helfen" und umgekehrt ein Uniabschluss notwendig ist?? Die Ecuadorianer sind sich gar nicht bewusst, wie viel sie uns lehren könnten. Einfach nur über das umgehen miteinander oder über Verhältnisse auf dem Arbeitsplatz. Denkt ihr der Durchschnittsecuadorianer wird irgendwann an Burnout leiden da der Leistungsdruck der Gesellschaft das verursacht? Es gibt so viele menschliche Aspekte die wir lernen könnten, aber nein wir belassen es dabei nur zu geben, weil wir ja so unglaublich perfekt sind... Ihr wisst gar nicht wie dieses Jahr an sich abläuft, ich versuche es mal in Worte zu fassen:

Ich unterrichte, ja ich gebe mein Englischwissen weiter - wofür ich aber keine weitere Bildung habe. Ich weiß nichts über Pädagogik oder Psychologie und es ist trotzdem okay, dass ich mit meinem "Wissen" in einem Gefängnis unterrichte oder eine andere Person in einer Schule oder Gymnasium. Versteht mich nicht falsch, dieses Jahr ist die tollste Erfahrung die ich je hätte machen können und sie bringt mich menschlich so viel weiter, dennoch ist es nicht korrekt. Überlegt doch mal, in Deutschland würde mich niemand diese Tätigkeit ausführen lassen - aber in dem 3. Welt Land (wie wir oft so schön sagen) ist das okay. Warum geht das? Wenn mir das bitte jemand beantworten könnte. Warum ist es denn überhaupt ein  "3. Welt Land"? Weil wir aus der 1. Welt es komplett ausgebeutet haben und es immer noch tun, aber es ist okay weil wir helfen... Aber ganz ehrlich das ist bullshit. Ich helfe hier gar nicht, ich nehme nur. Ich nehme mit für MEIN Leben, und ich nehme einen Arbeitsplatz weg. Da stellt sich mir die Frage, warum habe ich das Recht hier zu sein? Warum darf ich das machen, was ich mache?
Wirklich versteht mich bitte nicht falsch ich bin unglaublich dankbar für diese Chance, wirklich, einfach das Wort Dankbarkeit drückt gar nicht aus was ich empfinde - aber es ist einfach unfair. Ich weiß ich werde die Welt nicht ändern können, aber mir reicht es schon wenn ich diese Idee von der gesellschaftlichen Differenz in einzelnen Köpfen annulliere und ehrlich gesagt, dass ist auch was ich versuche hier zu tun. Sobald mich jemand fragt, wie toll doch Deutschland ist erkläre ich wie es ist, dass wir noch unglaublich viel menschliches Miteinanderssein von Ecuador lernen müssen. Und das die Idee von dem perfekten Leben nicht wahr ist, es ist zusammen gegurgelt und basiert auf geschichtlichen Ereignissen die einfach nicht mehr wahr sind. Wir sind eine (mehr oder weniger) gut funktionierende kapitalistische Gesellschaft. Die Armut (die wir natürlich auch haben) ist nicht vergleichbar mit der Armut hier. Überlegt aber mal, ich arbeite mit einer wirklich schwierigen Gruppe von Menschen zusammen und trotzdem hat mich vor kurzem eine alleinerziehende Mutter mit 4 Kindern ohne Arbeit zum Essen eingeladen. Obwohl sie selbst nichts hat, wäre sie Bereit gewesen es mit mir zu teilen... Und jetzt ehrlicherweise sagt mal: 





besteht wirklich keine Möglichkeit, dass wir was von den Ecuadorianern lernen könnten?



Hier noch ein wirklich guter Artikel der dieses Thema behandelt, lohnt sich wirklich zu lesen! 

Freitag, 14. Juli 2017

Man muss ja bisschen planen...

Ich habe nicht darüber geschrieben, aber ich denke ich bin es irgendwie schuldig. Während der letzten Monaten habe ich mir viele Gedanken über meine Zukunft gemacht und mich entschlossen meine Tätigkeit hier mehr oder weniger fortsetzen zu wollen... Ich werde ab dem nächsten Semester Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Migration und Integration studieren. Und ich bin der festen Überzeugung, dass die Studienrichtung zu mir passt und ich damit im meinem Leben glücklich werden kann. 

Und wenn ich schon nur einmal lebe, möchte ich das auch genießen können. Oder etwa nicht?

Freitag, 23. Juni 2017

Neues aus dem Gefängnis

Wir haben Examenes geschrieben mit den Frauen im Gefängnis, und jeder hat bestanden!! Yaaay! Bald ist auch Zeugnisvergabe, und dann entscheidet sich, wer das Jahr wiederholen muss... Ich denke in Englisch wird keine durchfallen, die Mindestnote von 7 (um zu bestehen) hat bisher jede hinbekommen! 

Im Jugendgefängnis ist es ein bisschen schwieriger, denn wegen internen Problemen ist der Unterricht für einen Monat ausgefallen... Und in zwei Wochen sollen die Jungs die Abschlussprüfung machen. Zum Glück habe ich einen netten Kollegen, der mir in der folgenden Woche paar Stunden überlässt - damit ich mit den Jungs bisschen aufholen kann... Sonst ist es wie immer, ganz viel flirten und keine Lust auf Unterricht... Wie soll ich denn da überhaupt mit denen vorankommen? 

Die Hausaufgabenbetreuung mit den Kindern macht mir in letzter Zeit mehr Spaß! Da mein Spanisch wirklich schon sehr solide ist, kann ich viel viel besser helfen und Kinder kommen auch eher auf mich zu um mich um Hilfe zu bitten... Ich merke auch, dass ich inzwischen wirklich tiefgehende Bindungen mit machen Kindern eingegangen bin... Zum Beispiel gibt es ein kleines 3 jähriges Mädchen, die mit keinem spricht, außer mit mir. Ich muss sie auch immer auf die Toilette begleiten, da sie sich alleine nicht traut! Wir sind auch Schaukelfreundinnen geworden, denn ich bin die einzige (in ihren Augen) die richtig anschubsen kann! Auch mit anderen Kindern fühle ich eine stärkere Verbindung, denn sobald sie mich sehen, werde ich umarmt und es wird Profe Esther geschrien. Und falls ich mal nicht komme, werde ich auch direkt gefragt wo ich denn gewesen sei, denn sie hatten mich jaaaa soooo dolle vermisst! Mein Herz geht dabei immer soooo auf! Ich werde diese Kinder sooo vermissen und vor allem die Tatsache, dass ich ersetzt werde im kommendem Jahr macht mich bisschen wehmütig... Dennoch ist es wohl leider doch schon an der Zeit zurückzugehen, das muss ich wohl langsam mal wirklich einsehen!

Mittwoch, 10. Mai 2017

Bissl' Torte im Gesicht

Eigentlich ist nicht wirklich was spannendes passiert. Theresa (meine Mitbewohnerin) hatte Geburtstag und ich habe ihr eine Überraschungsparty organisiert und als wir ankamen hat sie es erst mal gar nicht realisiert dass es für sie ist... Dieses Dummerchen, aber wenn man sie dafür nicht lieben kann, was dann? 

Wir wurden auch von ihrer alten Gastfamilie zu einem Geburtstagsessen eingeladen! Der Nachmittag war wirklich schön!








Bei der Arbeit läuft alles gut, seit mein Spanisch besser ist macht es auch viel mehr Spaß! So kann ich wenigstens auch viel mehr den Kindern bei den Hausaufgaben helfen. Außerdem merke ich, dass sie immer mehr meine Aufmerksamkeit oder meine Umarmungen suchen. Und das ist wirklich ein schönes Gefühl.

Im Gefängnis ist alles wie gewohnt, die Jungs haben nicht so viel Spaß am lernen. Wohingegen die Frauen nur wissbegierig sind! Sie haben ja auch die Schule als Beschäftigung ausgewählt, die Minderjährigen Jungs sind dazu verpflichtet... Aber wir kommen eigentlich gut bei beiden voran!

Kurz so nebenbei: Ich kann es schwer erklären um ehrlich zu sein... Ich dachte als ich her kam (mit meiner Naivität), dass ich diesen Menschen etwas geben kann... Natürlich hat mein Verhalten auch einen Einfluss auf ihr Leben, aber ehrlich gesagt ich kriege so viel mehr von ihnen als ich ihnen geben kann. Klar ich teile mein Wissen mit ihnen, aber sie teilen ihre Leben mit mir und das bewirkt vieles in mir. Ich habe so viele unterschiedliche Impulse und Gedanken in diesem Jahr bekommen... Ich denke wirklich, dass sich zutiefst in mir etwas verändert hat – ich kann es schwer in Worte fassen, aber ich weiß, dass ich für alles hier unglaublich dankbar bin und glücklich darüber, dass ich diese Chance bekommen habe!

Samstag, 29. April 2017

Eine Schicht Haut und einen Zahn haben wir liegen gelassen...

Wir haben erneuten Besuch aus Deutschland, der uns oder besser gesagt Theresa mit Süßigkeiten versorgt! (Ich habe nur 'ne Schoki mitgebracht bekommen, aber war ja noch genügend mit den Lieferungen meiner Mutter bedeckt.) Theresa hat am ersten Tag so viel deutsche Süßigkeiten gegessen, dass sie sich dadurch den Magen verdorben hat...

Die meiste Zeit war Theresa alleine mit Elle unterwegs, aber für eine Woche (in den Osterferien, mussten wir nämlich nicht arbeiten) bin ich mit ihnen mitgefahren. Unser erster Stopp war in Baños de Ambato. Ein berühmter Touriort, mit vielen Extremsportaktivitäten und heißen Vulkanquellen! (Weil es Theresa nicht so gut ging, sind wir zu zweit schon vorgefahren.) Am ersten Tag sind wir dann zu den heißen Vulkanquellen gefahren... Wirklich angenehm, vor allem in der Höhe, da es ja trotz der starken Sonne tagsüber doch schon recht kühl sein kann. 

Kurzer Einschnitt über zwei naive Touris namens Elena und Esther:
Beim Baden haben wir unsere Sachen zum aufbewahren abgegeben, und sind vielleicht etwas unachtsam mit dem Schlüssel umgegangen... Das heißt er wurde uns entwendet. Aber wir natürlich schön treudoof, denken dass der Wind es weggeweht hat und der Schlüssel in den nahegelegenen Fluss gefallen ist. (Ja, wir haben den Schlüssel einfach in das Handtuch gewickelt auf eine Bank gelegt...) Und was machen wir? Statt wie jeder normaler Mensch es machen würde, direkt zu der Frau zu gehen die auf die Sachen aufpasst, haben wir einfach genüsslich weiter gebadet! (Ich schüttle bei der Erzählung auch nur den Kopf...) Als wir dann unsere Sachen abholen wollten, hat uns die Frau erzählt, dass zwei junge Männer versucht hätten unsere Sachen abzuholen, aber dass sie ihnen gesagt hätte, dass das nicht ihr Eigentum wäre... Eigentlich haben wir es gar nicht verdient, so doof wie wir waren, aber mit Glück wurden unsere Sachen nicht geklaut!

 





Am Folgetag waren wir zusammen Raften, und das war soo unglaublich toll! Ich bin ja sowieso mega vernarrt auf alles was mit Wasser zu tun hat, aber wirklich ohne Spaß Raften hat mir so viel Spaß gemacht!!

+




Wir drei im Regen auf dem Weg zu den Wasserfällen, und ja ich habe zugenommen...
Darauffolgend habe wir die berühmte Fahrradtour zum Pailón der Diablo gemacht. Der Wasserfall ist atemberaubend, man kann nämlich auch hinter ihn gehen und man wird einfach pitschnass dabei!! Aber es macht auch unglaublich Spaß! Hier paar Fotos von der Fahrradtour: 


Der Wasserfall wenn man unten stand


So nass sind wir geworden, nur beim runter gehen zum Wasserfall

Es ist einfach wirklich unglaublich wie viel Kraft so ein Wasserfall hat... 

Die Hängebrücke von dem man den Wasserfall beobachten konnte

Des Weiteren waren wir auf zwei Schaukeln. Beide sehr berühmt eine ist die Schaukel Casa del árbol (Baumhausschaukel) und die andere ist eine Schaukel mit einer Ausschwenkung von 50 Metern!! So ein unglaubliches Gefühl damit auf die Stadt zu schaukeln!!

Casa de Árbol



Am letzten Tag unserer Reise sind wir zu einem berühmten Vulkankrater namens Quilotoa gefahren. Der Ausblick und insgesamt dieser Ort ist atemberaubend:





Um zu dem See unten zu gelangen, mussten wir einen 20 minütigen Weg nach unten laufen.







Um wieder hoch zu gelangen, dauerte der gleiche Weg jedoch 1 Stunde... Und war unglaublich anstrengend auf 4000 Meter Höhe... Ich denke mein Gesicht sagt alles! ;) 

Natürlich haben wir den Quilotoa (trotz Kälte) nicht ohne Sonnenbrand überlebt, und Elena hat dabei noch einen Zahn verloren... 



Kurze Erklärung: Sie ist mit ihren Händen in der Tasche auf der Autobahn gestolpert... Sie ist wie ein Baumstamm umgefallen, eigentlich so gar nicht witzig - aber trotzdem war es ein zutiefst amüsanter Anblick!

Donnerstag, 20. April 2017

Niños con discapacidades y su influencia a mi persona

Bevor ich nach Ecuador kam, habe ich mich kaum mit dem Thema "Menschen mit besonderen Bedürfnissen" (umgangssprachlich Behinderte) auseinandergesetzt. Ich bin einfach, davon ausgegangen, dass diese Thematik mich nicht besonders interessiert. Aber meine Erfahrungen haben mir das Gegenteil gezeigt. Ich habe nämlich zwei Freundinnen bei ihren Einsatzstellen in Ecuador besucht:



Beide arbeiten mit behinderten Kindern zusammen. Eine arbeitet in einer privaten Integrativschule und gibt Deutsch und Englisch Unterricht. In ihrer Arbeitsstelle werden Sogenannte Regelkinder mit behinderten Kinder zusammen unterrichtet. Leider muss ich dabei erwähnen, dass das oft zum Leid der Regelkinder geschieht... Das Prinzip mit der Integration ist super, und es funktioniert auch einwandfrei - denn die Kinder gehen mit einander fürsorglich um und diskriminieren einander kaum. (Kinder sind fies, als ob es komplett ohne Mobben funktionieren würde...) Dennoch ist die Umsetzung sehr schwierig gestaltet, denn auf 15 Kinder (von denen mindestens 10 eine starke Behinderung haben) kommt genau eine Lehrerin. Aus diesem Grund besteht der Unterricht oft aus Disziplinarmaßnahmen und nicht wirklich aus Fortschritt in dem Fachgebiet... Dennoch hat es mich fasziniert, was für eine Auswirkung die frühkindliche Erziehung auf den zwischenmenschlichen Umgang zwischen Regel- und nicht Regelkindern hat.



Die zweite Aufnahmestelle in die ich reingeschnuppert habe ist einfach phänomenal! Es ist eine staatlich geförderte Schule, die nur für Kinder mit Behinderungen gemacht ist. Meine Freundin gibt in den unterschiedlichen Klassen, die je nach stärke und Art der Behinderung eingeteilt worden sind, Haushaltsunterricht. Das heißt, sie übt mit den Kindern Schuhe binden, Socken an und ausziehen, Klamotten falten, Brot schneiden und mit Marmelade bestreichen, und so weiter und sofort. Ihre Arbeit ist so unglaublich sinnvoll und schön. Während des Tages, in dem ich sie begleitet habe, hatte ich so viel Spaß! Denn die Kinder sind einfach so unglaublich Herzensgut; haben sich auch direkt an mich geklammert, denn ich war ja neu und somit auch super interessant! 



Zusammengefasst, haben mir diese zwei Erfahrungen offenbart, dass diese Kinder so unglaublich gute Menschen sind. Meine Gedanken gingen sogar soweit, dass ich überlegt habe Sonderpädagogik zu studieren, was ich dann aber schnell verworfen habe, denn Lehrersein ist nun wirklich nichts für mich! Trotzdem habe ich lernen können, dass ich nicht von etwas ausgehen kann (in dem Fall, dass ich keinen Bezug zu Menschen mit besonderen Bedürfnissen habe), ohne es wirklich erforscht zu haben, ob das wirklich stimmt! Mein Gedankengut hat sich aufgrund "nur" diesen zwei Erfahrungen so grundlegend geändert, und das hatte zur Ursache, dass ich viele Gedanken meinerseits hinterfragt und verändert habe.

Freitag, 7. April 2017

Zwei berühmte Inseln

Während meine Mutter hier war, hatte ich das Glück einer der tollsten Erfahrungen meines Lebens mit ihr teilen zu können - nämlich die Galapagosinseln. Fotos über die Reise findet ihr am Ende des Berichtes. ;)

Wir warteten. Und warteten. Am Flughafen von Guayaquil. Denn unser Flug wurde um 6 Stunden nach hinten verschoben. Also warteten wir nun. Wir hatten ja keine andere Wahl.

Die Sonne blendete als wir aus dem Flugzeug ausgestiegen sind und uns in die Schlange der Touristen eingereiht haben. Denn wenn man einreisen möchte, müssen erst mal Reisesteuern bezahlt werden, und außerdem wird jeder Tourist ganz ausführlich durchsucht, damit auf keinen Fall Fremdstoffe auf die Insel eingeführt werden. Auch die Koffer werden explizit analysiert, in dem ein Spürhund auf ihnen herumspaziert und schnüffelt! Ein sehr amüsanter Anblick, vor allem als der Koffer meiner Mutter herausgenommen wurde... Dann mussten wir erstmal zur Zweitinspektion, und der Grund waren Mamas Schuhe mit denen wir den Tag vor der Reise in dem nahegelegenem Nationalpark "El Cajas" (guckt es euch mal in Google an, so ein atemberaubender Park!) waren und dessen Schlamm immernoch an den Sohlen der Schuhe waren... Die wir dann mit einer Mahnung, sie unverzüglich in unserem Hostal zu säubern, doch mit nehmen durften... Nach einer kurzen Bootsfahrt und zwei Busfahrten waren wir dann in dem Städchen Puerto Ayora auf der Insel Santa Cruz. Und unsere Reise sollte am nächsten Morgen um 6h schon weiter gehen, nämlich auf die Insel Isabela.

Morgens aufstehen, total kaputt und erschöpft und dann am Steg merken, dass man die Stunde Zeitverschiebung nicht beachtet hat, und somit eine Stunde früher wie erforderlich am Boot wartet, ist nicht grade der schönste Morgen den ich mir vorstelle... Egal besser zu früh, als zu spät oder? Auf der Insel Isabela wurden wir dann in Empfang genommen, von den Eltern einer Basketballfreundin die ursprünglich von den Inseln stammt, aber jetzt in Cuenca studiert! So was von unglaublich nette Menschen, die uns so viel auf dieser Insel ermöglicht haben - vor allem uns gezeigt haben wie das Leben auf der Insel wirklich ist, und nicht nur die schöne Traumwelt der Touristen existiert! 

Neben den unglaublich schönen Attraktionen habe ich das erste mal im offenen Meer geschnorchelt, und meine Mutter auch. Die wie man anmerken muss, eine leichte "Wasserphobie" hat und diese sogar teilst während unserer Reise überwinden konnte!! 

Die Familie hat mir persönlich so unglaublich viel mitgegeben, für mich persönlich und auch für mein Leben. Vor allem den Gedanken, dass oft im Leben nicht alles so ist, wie es scheint. Vor allem bezogen auf die Galapagosinseln, denn die Einheimischen haben wirklich ein schweres Leben - da durch die Touristen die Preise für jegliche Lebensmittel unglaublich hoch ist. Zwar verdienen die Menschen durch den Tourismus auch unglaublich viel dazu, dennoch ist das Überleben wirklich schwierig. Zum Beispiel mein Gastvater der als Fischer arbeitet und deshalb von der Regierung an manchem Stellen verboten bekommt zu fischen, jedoch an anderen Stellen eine Erlaubnis erhält, wo jedoch keine Fische zu finden sind... Und das ist nur ein kleines Beispiel, wie die Regierung die Flora und Fauna schützen mag, was auf der einen Seite wirklich unglaublich wichtig ist, da der Mensch schon so viel auf diesen wunderschönen Inseln zerstört hat - dennoch dürfte das nicht auf die Kosten der einheimischen Geschehen, die teilweise am Existenzminimum leben und sich mit 4 Jobs kaum über Wasser halten können... Die Familie meiner Freundin hat mir noch so viel mehr Geschichten erzählt, Zustände die Touristen gar nicht sehen, denn Galapagos ist ja das Paradies auf Erden und zu ihrem Vergnügen da...

Aber denkt nicht, dass es nicht wunderschön war und einer der atemberaubendsten Erlebnisse meines Lebens. Dennoch hat mich meine Reise etwas gelehrt - dass die meistens schönen Dinge im Leben eine Kehrseite haben.

Hier noch ein paar Fotos und Berichte für euch:

Am ersten Tag auf der Insel Isabela, haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und waren in den Humedales und bei der Muro de las Lagrimas, was so viel heißt wie Wand der Tränen. Bei der Errichtung dieser Wand sind unglaublich viele Menschen ums Lebens gekommen, die als Gefangene vom Festland auf die Insel transportiert wurden um sich selbst ein Gefängnis zu erbauen. 




Außerdem waren wir noch in der Concha de Perla, wo man mit ganz vielen kleinen Fischen tauchen konnte. 

Am Tag darauf waren wir bei Los tùneles und sind mit Schildkröten, Haien, Rochen und Fischen zusammen geschnorchelt. Auch mit Seehunden, die einen wirklich spielerisch umkreist haben!


Mamas erste Versuche beim schnorcheln



An dem nächsten Tag war ich in einer Felssprung tauchen, und noch an einem der berühmststen Strände der Galapagosinseln: Tortuga Bay.

  Und a Folgetag mussten wir dann schon wieder nach Guayaguil, da der Rückflug von Mama ja Anstand... Davor haben wir uns jedoch noch die Innenstadt Guayaquils angeschaut, die erstaunlicherweise, zum Trotz aller Vorurteile, ganz schön war! Falls ihr nochmal eine andere Perspektive auf die Reise haben möchtet, wendet euch an meine Mutter - die hin und weg war von den abertausenden Eindrücken die sie während ihres Südamerikatrips erhalten hat!

Freitag, 24. März 2017

Ecuador vs Mutter

Nach unser wirklich anstrengender Reise, kam eine ruhige Phase bei mir Zuhause in Cuenca. Während meine Mutter die Stadt auf eigene Faust erkundet hat, musste ich zur Arbeit - bei der meine Mutter mich an einem Tag auch besucht hat. Die Kinder haben sie wirklich herzlich empfangen, und direkt umarmt und mit ihr spielen wollen. Sie hat sogar paar Kindern bei ihren Hausaufgaben helfen können, zwar waren es nur Zeichnungen, dennoch waren die Kinder wirklich froh über die extra Hilfe. Tage danach noch, wurde ich gefragt, wann meine Mutter doch noch mal wieder kommen wolle... Ich denke sie fanden es außerdem auch sehr amüsant die Mutter einer ihrer "Profes" kennenzulernen, und meine "Schandtaten" berichten zu können!

Sonstige Eindrücke von Mama:

- Autos halten nicht für Fußgänger, sondern hupen noch eher
- Obst und Gemüse ist viel günstiger und sogar leckerer!!
- Ecuadorianer sind im Allgemeinen unglaublich klein
- das Brot ist sehr fragwürdig
- als Ausländer wird man unglaublich angestarrt
- Busse werden herangewinkt, und Fernreisebusse sind auch mitten auf der Straße anhaltbar
- Reisen ist insgesamt sehr preiswert
- Essen ist nicht wirklich besonders
- das Wetter ist unberechenbar in der Sierra
- Ecuador hat unglaublich viel Kultur, natürliche Schätze und eine breitgefächerte naturelle Vielfalt
- Taxis sind günstig
- Ohne handeln geht gar nichts!
- es wird oft versucht Ausländer übers Ohr zu hauen
- Ecuadorianer sind unglaublich hilfsbereit

Und dennoch schlussendlich, ist Mama dann doch froh in Deutschland leben zu dürfen.




Mittwoch, 22. März 2017

Eine kleine Rundreise

Meine Mami ist da, wie dem vorigen Bericht entnommen werden konnte - war dieser Tag unglaublich anstrengend für mich... Aber nach einer kurzer Ruhepause in Cuenca ging dann das Abenteuer wirklich los!

Sonntag der 12.03.2017 Quito

Mit dem Nachtbus sind wir, bepackt mit unseren Rucksäcken, Samstagabends nach Quito aufgebrochen. Den Tag haben wir in Quito verbracht, haben ganz schön viele touristische Orte besucht, wie: 





TeliferiQo von Quito - Eine Gondel die einen auf einen nahegelegenen Vulkan hoch fährt, von dem man die wunderschöne Aussicht auf die 50 km lange Stadt geniessen kann.


Mitad del Mundo - Den Mittelpunkt der Erde, ein riesiges Monument, was leider nicht auf dem Mittelpunkt der Erde steht... Denn jemand hat sich um bisschen mehr als 200 Meter verrechnet...

Altstadt - Quito hat eine wunderschöne Altstadt mit vielen Kirchen und Plätzen.


Da wir in der Nacht weiter fahren mussten, haben wir die ganze Stadt mit unseren Rucksäcken erkunden müssen... War natürlich ein große Freude und kaum anstrengend... 


Montag, 13.03.2016 - Donnerstag, 16.03.2016

Als wir in Lago Agrio ankamen, überkam uns die schwülende Hitze des Orients (Jungles). Aber unsere Reise war noch nicht abgeschlossen, denn die Lodge im Jungle war noch 2 Stunden im Bus und 1,5 Stunden im Kanu entfernt!

Hier ein paar Eindrücke von dem atemberaubendem Regenwald - definitiv einer meiner Highlights in ganz Ecuador!! 
Zusammen im Kanu


Piranha fischen






Das Abenteuer war wirklich unglaublich, ich hatte sogar eine Vogelspinne auf dem Arm!! Ich hätte nie gedacht, dass ich mich das mal trauen würde!

Donnerstag der 16.03.2017 und Freitag der 17.03.2017


Unsere Reise führte uns zurück nach Quito, aber auf dem Rückweg haben wir paar Zwischenstopp gemacht. Wie zum Beispiel an den größten Wasserfällen von Ecuador in San Rafael: 


Oder an den heißen Quellen von Papallacta:





Wie auch immer, am Freitagabend sind wir dann auf dem berühmten Markt von Otavalo gewesen und haben reichlich Souvenirs gekauft! Danach ging unser Ecuadorrundtrip leider auch schon vorbei, aber was heisst leider... Innerhalb von 9 Tagen 49 Stunden im Bus zu verbringen und den gleichen Film mindestens 3x gesehen zu haben, ist nicht wirklich das was ich als Spass verstehe. 

Die veröffentlichten Bilder sind von Google Bilder, da ich leider keinen Zugriff auf meine eigenen habe... :(

Freitag, 10. März 2017

Schlaflose 12 Stunden

 01:30     Ankunft Auswärtsspiel

 02:02     Busterminal Kartenkauf

 02:15     Abfahrt nach Guayaquil

 05:41     Ankunft Busterminal Guayaquil

 05:59     Ankunft Flughafen Guayaquil

 06:05     Ankunft Flugnr. UX177

 06:25     Empfang Ankunftshalle Guayaquil

 06:27     2 minütige Umarmung mit Mama

 06:54     Busterminal Kartenkauf

 07:40     Abfahrt nach Cuenca

 11:30     Ankunft Busterminal Cuenca

 12:05     Ankunft zuhause
 

Dienstag, 7. März 2017

Fair ≠ Fair

Mit meiner ecuadorianischen Organisation, Pastoral Social, haben wir immer wieder organisierte Ausfluege und Treffen. Zum Beispiel hatten wir vor paar Monaten ein Treffen, wo wir die Politik Ecuadors besprochen haben.

Unser letzter Ausflug zur Fairtrade-Bananenplantage im Februar: 

Wir sind morgens sehr frueh losgefahren, um puenktlich um 9h an der Plantage zu sein. (Obwohl Ecuador "so klein" ist, brauchen wir aus der Sierra, mindestens 4 Std. an die Kueste...) Dort erwartete uns erstmal erdrueckende Hitze und Schwuele. Ich bin, während meiner Reisen, schon oft an Bananenplantagen vorbei gefahren, dennoch war mir nie wirklich bewusst, wie Bananen überhaupt "produziert" werden... Das Bananen auf einem Baum wachsen war mir bewusst, aber das an einem Baum nur eine Staude heranwachsen kann zum Beispiel nicht. Während die Frucht noch hereinreift, wächst aus der Wurzel des Baumes, ein neuer kleiner Baum. (Durchschnittlich braucht die Frucht, bis sie reif zum Pflücken ist, 10 Monate. Und eine Staude hat mehr oder weniger 120 Bananen.) Diese Plantage ist ein Familienbetrieb, und somit hilft die ganze Familie beim Pflücken, Tragen, Waschen und Verpacken. Die schönen Bananen (die hässlichen werden aussortiert um auf dem Markt von Ecuador verkauft zu werden....)sind meist noch grün, damit sie während der langen Reise nach Europa reifen können. In eine Kiste passt meistens ein Staude, und diese wird nach dem "Fairtrade" - Preis vergolten. Das wären USD 8,20... Die Kiste nicht Fairtradebananen kosten maximal USD 6,10, meist ist der Preis jedoch niedriger da die Konkurenz einfach zu gross ist... Die Plantage die wir Besucht haben, beliefert Weltläden und Biomärkte in Deutschland, sogar hauptsächlich Frankfurt (Main).

Obwohl das eine Fairtradeplantage war, finde ich ich den Kosten-Arbeitsausgleich mehr als nur ungerecht. Denn dieses Geld, was sie pro Kiste kriegen, wird natürlich noch zwischen den 10 Arbeitern aufgeteilt und da die Bearbeitung einer Staude Bananen an die 30-40 Minuten dauert, kommen die Arbeiter durchschnittlich nicht mal auf den ecuadorianischen Mindestlohn von USD 2,1/Std...

Während der ganzen Zeit stellt sich mir eine Frage:

Könnte ich es mir eigentlich
nicht leisten 30 Cent mehr für 
eine Banane auszugeben, und damit dazu beizutragen, dass die soziale Ungerechtigkeit nicht so gravierend bleibt?

Falls ihr noch bisschen Hintergrundinformationen zu den Bananen in unseren Supermärkten, und was wirklich "Fairtrade" ist, wollt, empfehle ich euch den beigefügten Link zu lesen. Einer meiner Mitfreiwilligen hier in Ecuador hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und in seinem Blog seine Erkenntnisse veröffentlich. Wirklich lesenswert, vor allem um ein Idee von unserer "Fairen" Welt zu kriegen:

https://moritzenlosandes.wordpress.com/2017/03/15/die-banane/


Donnerstag, 2. März 2017

Kaaaarneval, Karnevaaaal

Im Februar haben sich die Vorkommnisse gehäuft.

1. Valentinstag:
Natürlich ist dieser Tag hier auch etwas besonderes, hauptsächlich werden die Frauen an diesem Tag sehr geehrt. Viele Kinder, haben mir Blumen geschenkt, oder selbstgemalte Bilder! Es war einfach zuckersüß vor allem  wie die kleinen Kinder sich schick gemacht haben für diesen unglaublich besonderen Tag.

2. Tamara ist futsch
Tamara, meine Mitfreiwillige aus Österreich, ist zurück in ihr Land gekehrt... Ihre Zeit hier in Ecuador ist leider vorbei, aber wenn sich eine Tür schliesst, öffnen sich bekanntliche neue Möglichkeiten. Dadurch, dass sie weggegangen ist, durfte ich ihre Arbeitstelle im weiblichen-erwachsenen Gefängnis übernommen. Später werde ich mal meine Tätigkeit genauer erläutern.

3. Karneval
Eine sehr ausgeprägte Tradition auch hier in Ecuador. Vom Prinzip her ist es gleich: es geht nämlich ums Saufen.(Theresas Kommentar: "Das Saufen ist hier jedoch viel niveauvoller, da mit der Familie getrunken wird. Außerdem kostümieren sich die Leute nicht, was zur Folge hat, dass es keine nuttigen Krankenschwestern oder Katzen, usw. gibt.") Jedoch wird diese Tradition durch nass machen und beschäumen geschmückt, während dieser durchaus amüsanten Tätigkeit wird, in der eisigen Kälte (sind ja nur 15 C, und nass ist das nicht sehr angenehm...), ein Umzug von Tanzgruppen beobachtet. Unsere Vermieter waren so nett, und haben uns in ihren Familienbund aufgenommen, sodass wir selber erleben konnten, was es heisst Karneval mit der Familie zu feiern! Hier ein paar Fotos, damit ihr euch die Festigkeiten vorstellen könnt: 

Der Umzug mit den Tänzern, die natürlich von den Ritualen nicht verschont worden sind


Nicht mal der arme Hundi hatte eine Wahl :(



Theresa, ich und ganz viel Spaß



Montag, 27. Februar 2017

Ganz viele Ui's....

Ui... Ich bin jetzt 20 Jahre alt... Wie schnell die Zeit vergeht... Ich erinnere mich sogar noch an meinen ersten Schultag (zu dem ich, wer hätte das gedacht, zu spät kam!). Natürlich musste mein Geburtstag nach den üblichen Geburtstagsritualen Ecuadors verlaufen:

1. Kuchen im Gesicht - Es ist üblich, dass man in den erhalten Kuchen beisst und dabei der Kuchen einem ins Gesicht geschlagen wird. Ich hatte die Ehre zwei Kuchen im Gesicht haben zu dürfen. Erstens bei meinee eigenveranstaltete "Party" und auf das zweite Mal, werde ich später eingehen.

2. Gürtelschläge - Ein anderes Ritual ist, dass man die Jahre die man auf dem Buckel hat, als Schläge auf den Popo zurückbekommt...

VIDEO konnte ich leider nicht hoch laden, fragt mich danach falls ihr es sehen wollt! ;)


Freiwillige aus Cuenca
Ui... Ich bin jetzt 6 Monate schon in Ecuador... Die Hälfte meiner Zeit habe ich jetzt hier verbracht... Und mir ist das erst bewusst geworden, als ich zu unserem Zwischenseminar, meiner deutschen Organisation, hier in Cuenca gefahren bin... Das Seminar war an sich wirklich unglaublich hilfreich! Ich konnte, während dieser einen Woche, unglaublich viel über das Vergangene reflektieren und neue Ideen und Tatendrang für die kommende Zeit entwickeln. Mir ist auch klar geworden, wie viel diese Menschen mir für mich als Person mitgegegeben haben, und definitiv noch mit geben werden. Ich merke auch, dass meine Ansichten und teilweise auch meine Charakterzüge durch meine Umgebung und die Menschen, die mich umgeben, verändert wird. Alles in allem bin ich wirklich froh, dass wir dieses Seminar mitten drin haben, weil ich überzeugt bin, dass ich dadurch andere Gedanken und Blickwinkel über meinen bisherigen Freiwilligendienst erhalten habe - und somit kann ich jetzt voller Freude meine nächste Zeit hier in Ecuador nutzen!
Freiwillige '16/'17 vom Internationalem Bund


Ui... Ich habe glaube ich das beste Team, das es gibt erwischt! Zunächst haben sie mir einen Kuchen für meinen Geburtstag gekauft, was an sich schon so eine tolle Geste ist... 
Dann haben sie es mir natürlich wie gedacht in mein Gesicht geschmiert... 






Neuigkeiten: Wir haben uns jetzt für ein Tournier in der Nähe von Cuenca angemeldet... Üblicherweise gibt es hier eine Inauguration, wo die teilnehmenden Teams vorgestellt und von einer sogennanten "Madrina" repräsentiert werden. Die "Madrina" ist "das schönste Mädchen" die das Team kennt... Und ratet mal wen mein Team ausgewählt hat?? Natürlich mich, denn die Schönheitsideale dieser Gesellschaft hier sind: blond (was ich ja angeblich hier bin), helläugig und groß. Ich finde es schon sehr ironisch, denn dieser Beschreibung gleicht nicht mal 1% der ecuadorianischen Bevölkerung... Jedenfalls wurde von den ganzen Madrinas, noch die allerschönste Madrina gekürt... Und ratet mal wem wieder die Ehre zu Teil wurde?? Natürlich mir, denn diese Ideale sind unglaublich tief in den Menschen hier verankert, und vor allem fand ich es nicht wirklich fair, dass ich gewonnen habe... Weil meines Erachtens nach andere Madrinas viel viel hübscher und schicker waren... Dennoch habe ich mich über diese Auszeichnung gefreut, und mein Team sogar noch mehr - denn mit diesem Sieg, haben wir bei der Siegerehrung sicher eine Trophäe sicher! (Ich denke aus diesem Grund wurde ich auch ausgewählt, weil der Sieg für das Team mehr oder weniger sicher war...#unfair)


TripleE - alle Teams die am Turnier teilnehmen